Streitkräfte und Strategien cover

Streitkräfte und Strategien

NDR

Euer Podcast zum Krieg in der Ukraine – auch mit dem Blick auf andere Krisen und Kriege in der Welt. Jeden Dienstag und Freitag ab 16.30 Uhr. Die langjährigen ARD-Korrespondent:innen Anna Engelke, Stefan Niemann, Kai Küstner und Astrid Corall sprechen mit sicherheitspolitischen Expert:innen über die neue Weltordnung und Europas Antwort auf die Machtinteressen der USA, Russlands und Chinas. Fragen und Anregungen zum sicherheitspolitischen Podcast: streitkraefte[at]ndr.de Weitere Interviews und Hintergründe: https://www.ndr.de/nachrichten/info/sendungen/streitkraefte_und_strategien/index.html

Euer Podcast zum Krieg in der Ukraine – auch mit dem Blick auf andere Krisen und Kriege in der Welt. Jeden Dienstag und Freitag ab 16.30 Uhr. Die langjährigen ARD-Korrespondent:innen Anna Engelke, Stefan Niemann, Kai Küstner und Astrid Corall sprechen mit sicherheitspolitischen Expert:innen über die neue Weltordnung und Europas Antwort auf die Machtinteressen der USA, Russlands und Chinas. Fragen und Anregungen zum sicherheitspolitischen Podcast: streitkraefte[at]ndr.de Weitere Interviews und Hintergründe: https://www.ndr.de/nachrichten/info/sendungen/streitkraefte_und_strategien/index.html

Greift Trump wieder den Iran an? (mit Klemens Fischer)

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Episodios

Greift Trump wieder den Iran an? (mit Klemens Fischer) 03 Nov 2026

Schwerpunkt dieser Ausgabe ist die Lage im Nahen Osten. Im Interview mit Kai Küstner schätzt Klemens Fischer von der Universität zu Köln die Wahrscheinlichkeit eines weiteren großen Angriffs auf den Iran ein. Aus Sicht des Professors für Internationale Beziehungen und Geopolitik hänge diese sehr stark davon ab, wie viel Druck Israel aufbauen könne. Fischer spricht über die Macht der iranischen Revolutionsgarden und das iranische Atomprogramm, das bei vorherigen Angriffen zwar schwer beschädigt, aber noch nicht komplett ausgeschaltet wurde. Dieses Ziel zu erreichen gestaltet sich für die USA extrem kompliziert. Der Sicherheitsexperte schaut auch auf das mögliche Kalkül von US-Präsident Trump nach den Zwischenwahlen. Seinen generellen außenpolitischen Kurs werde Trump voraussichtlich nicht allzu sehr verändern, vermutet Fischer. Aber: „Er wird immer mehr danach trachten, die Einträge ins Geschichtsbuch zu bekommen. Und das wäre die Einigung auf der großen Ebene mit China, mit Russland auf eine Art neue Weltordnung.“ Der Professor hält es für eher unwahrscheinlich, dass sich Trump nach den Zwischenwahlen wieder der Ukraine zuwendet. Für die Europäer seien dies keine guten Nachrichten. In der Lage spricht Peter Hornung über neue Zahlen, die Russland beunruhigen werden. Denn noch nie starben so viele russische Soldaten wie im Oktober oder wurden schwer verletzt. Doch auch die Ukraine hat Grund zur Sorge. Nach wie vor werden deutlich weniger russische Raketen und Drohnen abgefangen als noch vor einigen Monaten. In der russisch besetzten Kleinstadt Oleschky ist am Sonntagabend eine Waffenruhe zu Ende gegangen. Deren wichtigsten Ziele wurden offenbar erreicht: Minen wurden entfernt, zahlreiche Einwohner evakuiert und dringend benötigte Hilfslieferungen kamen in die Stadt. Bei einem russischen Angriff auf ein Dorf in der Region Saporischschja wurden Dutzende Menschen getötet, während sie auf die Verteilung von Hilfsgütern warteten. In Kyjiw und anderen Städten der Ukraine wurden am Montag falsche Warnungen vor Nuklearangriffen und Straßenkämpfen verschickt - über die offizielle Warnapp. Offenbar ein Angriff russischer Hacker, der prompt mit einem ähnlichen Hack von Seiten der Ukrainer beantwortet wurde. "Wir haben lediglich auf ihren Angriff reagiert", sagte der ukrainische Präsident Selenskyj in einem Fernsehinterview. Lob und Kritik, alles bitte per Mail an streitkraefte@ndr.de Trumps neue Drohungen gegen den Iran – wie groß ist die Gefahr einer Ausweitung des Krieges? https://www.reuters.com/world/middle-east/trumps-iran-threat-renews-gulf-fears-war-it-didnt-choose-2026-11-02/ Seit 100 Tagen im Amt – der neue ukrainische Armeechef Drapatij: https://www.tagesschau.de/ausland/europa/ukraine-kommandeur-100.html Die USA vor den Midterms: https://www.tagesschau.de/inland/innenpolitik/midterms-usa-deutschland-102.html Alle Folgen von “Streitkräfte und Strategien”: https://www.ndr.de/nachrichten/info/podcast2998.html

Kann die Nato Trump überleben? (mit Carlo Masala) 30 Oct 2026

Peter Hornung spricht in dieser Ausgabe von "Streitkräfte und Strategien" darüber, wie Russland versucht, einen Keil zwischen die Europäer zu treiben - und gleichzeitig US-Präsident Trump zu umschmeicheln. Während ein Tanker mit russischem Diesel noch auf dem Weg Richtung USA ist, gibt es offenbar schon Gespräche über die Energieversorgung von KI-Rechenzentren durch Russlands Staatskonzern "Rusatom". Den Europäern drohte der russische Machthaber Wladimir Putin erneut unverhohlen: "Sollte die Lage zu weit eskalieren, wird es überhaupt keine Gewinner geben. Das sollte niemand vergessen." Unterdessen gibt es für das russisch besetzte Oleschky eine Waffenruhe, damit Hilfslieferungen in die Frontstadt gelangen können. Menschen, die die Stadt verlassen wollen, können das nun tun. Anderswo aber gehen die Angriffe Russlands unvermindert weiter. Am Bahnhof von Dnipro starben mehr als ein Dutzend Menschen, als eine russische Drohne einschlug. Keine Anzeichen für einen baldigen Waffenstillstand sieht Carlo Masala. Moskau glaube noch immer, dass es diesen Krieg militärisch gewinnen könne, sagt der Professor für Internationale Politik an der Hochschule der Bundeswehr in München im Gespräch mit Host Kai Küstner. Beide beleuchten im Schwerpunkt dieser Ausgabe den Zustand der NATO in Zeiten von Donald Trump und das Konzept des Bündnisses mit dem Namen "Theory of Victory". Das Papier legt dar, wie sich die Allianz gegen einen russischen Angriff verteidigen würde. Masala nennt das Konzept ein Signal der Stärke, aber auch eine Rückversicherung an die Gesellschaften der NATO-Staaten. Das Papier gehe davon aus, dass im Falle eines russischen en fehlen. Der Experte spricht darüber, wo weiterhin Abhängigkeiten der Europäer von den USA bestehen und plädiert dafür, die Bemühungen für eine größere Unabhängigkeit zu forcieren. Thema sind außerdem die anstehenden Zwischenwahlen in den USA. Masala glaubt mit Blick auf Trumps Kurs gegenüber der NATO und Russland nicht, "dass wir da einen substanziellen Schwenk sehen werden." Lob und Kritik, alles bitte per Mail an streitkraefte@ndr.de Alle Folgen von "Streitkräfte und Strategien" https://www.ndr.de/nachrichten/info/podcast2998.html SACEUR der NATO legt "Theory of Victory" vor - den Plan, wie das Bündnis einen russischen Angriff abwehren will: https://www.youtube.com/watch?v=IgEQAwmakBU Russland hat den Bahnhof in Dnipro angegriffen. Zahlreiche Zivilisten kamen dabei ums Leben: https://www.bbc.com/news/articles/c9p8gdlz1p2ko Podcast-Tipp: "Was nun, Herr General?" Der Podcast zum Ukraine-Krieg https://www.ardsounds.de/sendung/urn:ard:show:79c63b8ea9460080/

Wie die USA die Ukraine schwächen (mit Gustav Gressel) 27 Oct 2026

Für die Kleinstadt Oleschky, im Süden der Ukraine, wurde eine begrenzte Feuerpause vereinbart – angeblich vermittelt von First Lady Melania Trump und dem Papst. Allerdings, so berichtet Peter Hornung in der Lage, schweigen die Waffen nur in der Region Oleschky, wo eine humanitäre Katastrophe herrscht. Währenddessen greift Russland weiter zivile Ziele in der Ukraine mit ballistischen Raketen und Drohnen an. So wurde in Kyjiw die wichtige Südbrücke beschädigt. Der ukrainische Generalstab erklärte, man habe in Russland eine Fabrik getroffen, die Batterien für das Militär produziert, und einen Mikrochip-Hersteller. Ausführlich spricht Host Kai Küstner im Schwerpunkt dieser Ausgabe mit Gustav Gressel über die militärische Lage der Ukraine und über die Frage, wie sehr die zeitweise erfolgte Drosselung der Satelliten-Dienste Starlink bzw. Starshield die Ukraine geschwächt hat. Der Fall zeigt aus Sicht des Sicherheits- und Militärexperten auch, wie abhängig das Land von den USA ist – zumal Europa die Fähigkeiten bei Satellitenkommunikation und Aufklärung nicht ersetzen kann. Auch bei der Flugabwehr steht die Ukraine vor Problemen. „Bei ballistischen Raketen ist die Abfangrate gegen Null tendierend“, erklärt Gressel. Bei den jetgetriebenen Drohnen schwanke sie zwischen 40 und mehr als 60 Prozent. Außerdem blicken Kai und der Experte auf die Frontlinien, wo sich momentan wenig bewegt, sowie auf die derzeit laufenden diplomatischen Initiativen. Gressel erwartet hier keinen großen Durchbruch. „Die russische Führung betrachtet die Diplomatie durchaus als die Papierflanke der Kriegsanstrengung. Also nicht als eine Handlung, die den Krieg beendet, (...) sondern Diplomatie als unterstützende Maßnahme, um den Krieg zu besseren Bedingungen fortsetzen und schneller gewinnen zu können.“ In dieser Folge beleuchtet Peter auch die Lage im Nahen Osten, wo der Blick gerade nach Israel geht, wo am Dienstag Parlamentswahlen stattfinden. Wenn er nicht wiedergewählt werde, so der amtierende Ministerpräsident Benjamin Netanjahu, dann drohe seinem Land, von iranischen Atombomben ausgelöscht zu werden. Klar ist: Wie die Wahlen ausgehen werden, wird das Ergebnis großen Einfluss auf die Entwicklung im Nahen Osten haben. Lob und Kritik, alles bitte per Mail an streitkraefte@ndr.de Begrenzte Waffenruhe für Frontstadt Oleschky hat begonnen. Sie wurde offenbar vom Papst und Melania Trump ausgehandelt und soll eine Verschlimmerung der humanitären Lage verhindern: https://www.tagesschau.de/video/video-1673414.html Selenskij wirft US-Kriegsminister Hegseth vor, der Ukraine Patriot-Munition vorzuenthalten: https://www.newsweek.com/zelensky-hegseth-delay-patriot-missile-deliveries-12619440 Hier geht es zu unserem Podcast-Tipp 11KM Stories "Der Epstein Komplex": https://1.ard.de/11KM_Stories_DerEpsteinKomplex?=cp Alle Folgen von “Streitkräfte und Strategien”: https://www.ndr.de/nachrichten/info/podcast2998.html

Wie Putin Geschichte schreiben will (mit Martin Schulze Wessel) 23 Oct 2026

Die Verhandlungen von Unterhändlern Russlands, der Ukraine und der USA sollen im November wieder aufgenommen werden. Das ist das Ergebnis verschiedener Gespräche, die der US-Gesandte Witkoff in dieser Woche in Oslo und Sankt Petersburg geführt hat. Allerdings beharrt Russland nach wie vor auf seinen Maximalforderungen, die Ukraine pocht auf Sicherheitsgarantien und eine Waffenruhe. Astrid Corall fasst die Ereignisse dieser Woche zusammen und erklärt, warum US-Präsident Trump auch in seinem eigenen Land derzeit viel Kritik einstecken muss. Unter anderem geht es dabei um die Einschränkung des Satellitennetzwerkes Starlink von SpaceX Gründer Elon Musk, auf das das ukrainische Militär angewiesen ist. Im Gespräch mit Host Stefan Niemann argumentiert der Historiker Martin Schulze Wessel, das Expansionsstreben von Russlands Herrscher speise sich nicht aus einem verletzten Sicherheitsgefühl gegenüber der NATO oder aus Abneigung gegen die Ukraine, sondern aus der Geschichte des russischen Imperiums. Wladimir Putin sehe sich in einer Reihe mit den Zaren Peter I., Alexander II., mit der Zarin Katharina II. und mit dem Diktator Josef Stalin, an deren Territorialgewinne er sich orientiert. Der Osteuropa-Experte erklärt diese Thesen in seinem jüngsten Buch. Titel: "Warum Russland nicht aufhören wird". Putin strebe für Russland Großmacht-Status und Hegemonie an - auch gegenüber Europa. Dieses müsse - so Professor Schulze Wessel - aus der Geschichte lernen, nur Abschreckung durch Aufrüstung und entschlossene Gegenwehr könne russisches Vordringen aufhalten. Lob und Kritik, alles bitte per Mail an streitkraefte@ndr.de Alle Folgen von "Streitkräfte und Strategien" https://www.ndr.de/nachrichten/info/podcast2998.html Link zu den Büchern von Prof. Martin Schulze Wessel: https://www.chbeck.de/autor/?authorId=570093978 Podcast-Tipp: Zwischen Hamburg und Haiti https://www.ardsounds.de/sendung/urn:ard:show:9d4c11d743094a7e/

Trump verrät die Ukraine (mit Thomas Jäger) 20 Oct 2026

Das Verhältnis zwischen den USA und der Ukraine ist auf dem Tiefpunkt. US-Präsident Trump erweist sich als Unterstützer Russlands, wenn er zum Beispiel geplante Sanktionen auf Eis legt. Kyjiw wirft Washington zudem vor, die Geschwindigkeit des für die Drohnen-Abwehr und die eigene Kommunikation so wichtigen Satellitensystems Starlink bzw. Starshield zu drosseln, der Ukraine Geheimdienstinformationen vorzuenthalten und die Lieferung von Abfangraketen zu verzögern. Astrid Corall fasst die Streitpunkte und Hintergründe in dieser Folge von Streitkräfte und Strategien zusammen und berichtet über ein mögliches Treffen von Trump mit dem chinesischen Präsidenten Xi Jingping und Russlands Machthaber Putin. Im Interview spricht Host Kai Küstner mit Professor Thomas Jäger von der Universität zu Köln über Trumps Motive. Aus Sicht des Politikwissenschaftlers hat der Trump-Schwenk wenig mit dem Midterm-Wahlkampf zu tun. Es gehe dem US-Präsidenten darum, dass Russland den Krieg gewinnt, um mit Putin wieder Geschäfte machen zu können: “Er will jetzt zwei Jahre - vogelfrei - sich und seinen Clan bereichern.” Dass Trump sich auf die Seite Putins schlage, habe aber auch katastrophale Konsequenzen für die europäisch-amerikanischen Beziehungen. “Politisch wird die NATO das nicht überleben”, warnt Thomas Jäger. Damit wachse auch täglich die Gefahr eines russischen Angriffs. Es sei nun dringend geboten, dass die Europäer sich in Windeseile technologisch unabhängig machen. Stark sei nur ein einiges Europa. Doch sowohl die USA als auch Russland hätten ein Interesse daran, die EU zu “zerschlagen”. Lob und Kritik, alles bitte per Mail an streitkraefte@ndr.de Alle Folgen von “Streitkräfte und Strategien” https://www.ndr.de/nachrichten/info/podcast2998.html 11km Folge zu Nordkoreas https://1.ard.de/11KM_Nordkorea_Russland Wer ist verantwortlich für die Drosselung der Satelliten-Kommunikation von Starlink und Starshield in der Ukraine? https://www.reuters.com/world/europe/order-limit-starshield-ukraine-came-inside-white-house-sources-say-2026-10-15/

Pressefreiheit und Propaganda im Krieg (mit Gesine Dornblüth) 16 Oct 2026

Das Thema „Pressefreiheit und Propaganda im Krieg” steht im Mittelpunkt dieser Ausgabe von Streitkräfte und Strategien. Anlässlich der Hamburger Woche der Pressefreiheit sprechen die Hosts Stefan Niemann und Astrid Corall mit der Journalistin Gesine Dornblüth - vor Publikum in der Zentralbibliothek der Hansestadt. Die ehemalige Russland-Korrespondentin erklärt, wie sich die Arbeit für Journalistinnen und Journalisten unter Machthaber Putin verändert hat, welchen Gefahren sie ausgesetzt sind und wie sich die Bevölkerung abseits aller Propaganda überhaupt noch unabhängig informieren kann. In dieser Folge geht es aber auch um die Lage der Medien in der Ukraine. Gesine beschreibt die Unterschiede zwischen den von Russland besetzten Gebieten und dem Rest der Ukraine sowie die Pressearbeit von Präsident Selenskyj. Außerdem erläutert sie, wie russische Desinformation auch die deutsche Politik beeinflusst und was man dagegen tun kann. Zum Schluss der Folge schauen Stefan und Astrid mit Gesine auf aktuelle Entwicklungen in der Ukraine, wo Präsident Selenskyj den westlichen Partnern vorgeworfen hat, sie nicht vor russischen Luftangriffen gewarnt zu haben. Zum Verhältnis zwischen Putin und Trump sagt die Russland-Kennerin Gesine Dornblüth: „Ich glaube, dass er Trump weitestgehend in der Tasche hat.“ Rangliste der Pressefreiheit 2026 - Reporter ohne Grenzen https://www.reporter-ohne-grenzen.de/rangliste/2026 Bücher von Gesine Dornblüth & Thomas Franke Putins Gift – Russlands Angriff auf Europas Freiheit https://www.herder.de/politik-wirtschaft/shop/p4/84639-putins-gift-klappenbroschur/ Jenseits von Putin – Russlands toxische Gesellschaft https://www.herder.de/politik-wirtschaft/shop/p4/78139-jenseits-von-putin-klappenbroschur/ Vergleich Rankings Unterstützerländer der Ukraine Ukraine-Krieg: Ranking größte Unterstützer bis 2026 https://de.statista.com/statistik/daten/studie/1367150/umfrage/ukraine-krieg-ranking-groesste-unterstuetzer/ Ukraine-Krieg - Bilaterale Unterstützung für die Ukraine nach Anteil am BIP 2026 https://de.statista.com/statistik/daten/studie/1303505/umfrage/bilaterale-unterstuetzung-fuer-die-ukraine-nach-anteil-am-bip/ Lob und Kritik, alles bitte per Mail an streitkraefte@ndr.de Alle Podcast-Folgen von “Streitkräfte und Strategien” https://www.ndr.de/nachrichten/info/podcast2998.html Videopodcast Flugmodus - der ZAPP Medienpodcast über die LINKE und Antisemitismus https://open.spotify.com/episode/5uwWcYJNx5e8AT0gndcAcW?si=48Jq0VDDQfutA-_dwD3q5A

Der Nord-Stream-Krimi (mit Holger Stark) 13 Oct 2026

Ab Mittwoch steht in Hamburg einer von sieben Hauptverdächtigen im Nordstream-Prozess vor Gericht. Ein halbes Jahr nach Beginn der russischen Vollinvasion in der Ukraine waren 2022 auf dem Grund der Ostsee Stränge der deutsch-russischen Gaspipelines Nordstream 1 und 2 zerstört worden. Dazu recherchiert seit Jahren ein Team der ARD, der Süddeutschen Zeitung und der ZEIT. Holger Stark war einer der ersten, der darüber berichtete, dass die Spur in die Ukraine führe. Mit dem stellvertretenden Chefredakteur der ZEIT spricht Host Kai Küstner über den aktuellen Stand der Ermittlungen. Dabei sei nicht eindeutig geklärt, so Stark, ob Selenskyj und die politische Führung der Ukraine in die Anschlagspläne eingeweiht waren. Aufgrund der gewaltigen geopolitischen Auswirkungen ist es aus seiner Sicht aber wichtig, dass dieser Fall restlos aufgeklärt wird. Der Bau der Pipeline mag ein Fehler gewesen sein. Und: Es gebe sehr gute Gründe, die Ukraine in ihrem Abwehrkampf zu unterstützen, so der Investigativjournalist: "Dazu gehört aber auch, wenn derjenige, den man da unterstützt, sich entschieden hat, etwas gegen deutsche Interessen und gegen diese Pipeline zu tun, dass man da die Wahrheit sagt." Die Bundesregierung scheue sich aber bis heute, dies zu thematisieren. Die aktuellen Entwicklungen in der Ukraine fasst Peter Hornung zusammen. Derzeit bestimmt vor allem US-Präsident Trump wieder die Schlagzeilen. Denn der hat einen umstrittenen Diesel-Deal mit Russlands Machthaber Putin vereinbart. Außerdem hat er eine angebliche Einigung auf eine "Energie-Waffenruhe" verkündet, zu der die Ukraine bereits ist, Russland jedoch offenbar nicht. Gleichzeitig droht Trump der Ukraine: Wenn sie weiter russische Ölraffinerien angreife, werde er sie von US-Geheimdienstinformationen ausschließen und Waffenlieferungen blockieren. Lob und Kritik, alles bitte per Mail an streitkraefte@ndr.de Trump’s Energie-Deal mit Putin und die wachsende Kritik daran. Auch unter US-Republikanern: https://www.bbc.com/news/articles/cjn5v21py07vo Die Spur eines mutmaßlichen Nord-Stream-Saboteurs führt in der zweiten Staffel des Podcasts "Tatort Ostsee" von Polen bis nach Kiew. Wer sprengte die Nord-Stream-Pipelines in der Ostsee? Die Recherche von ZEIT, ARD und Süddeutscher Zeitung: https://1.ard.de/nordstream_podcast Veranstaltungs-Tipp: Live-Podcast zum Thema "Pressefreiheit und Propaganda im Krieg": am 15. Oktober sind die Hosts des NDR Info Podcasts "Streitkräfte und Strategien" in einer Veranstaltung der "Hamburger Woche der Pressefreiheit": https://www.ndr.de/nachrichten/info/podcastlive-146.html https://www.ndr.de/nachrichten/info/pressefreiheit-232.html Alle Folgen von "Streitkräfte und Strategien" https://www.ndr.de/nachrichten/info/podcast2998.html

Bröckelt die Ukraine-Unterstützung? (mit Wolfgang Richter) 09 Oct 2026

Die Landtagsfraktionen von AfD und BSW in Sachsen-Anhalt wollen die Waffenlieferungen an die Ukraine stoppen, die Sanktionen aufheben und mit Russland wieder ins Geschäft kommen. Dass dies rein symbolische Wirkung und keinerlei praktische Auswirkungen haben wird, besprechen die Hosts Stefan Niemann und Kai Küstner. Denn die Länder bzw der Bundesrat haben sehr eingeschränkte Befugnisse bei den Ukraine-Hilfen. Was die Lage in der Ukraine angeht, so verdichten sich die Anzeichen, dass Machthaber Putin diesen Winter die Ukraine in die Kapitulation zu bomben versuchen wird. Innerhalb von zwei Tagen starben bei Luftangriffen, u.a. auf Busse in Kramatorsk, über 75 Menschen. Der ukrainische Präsident Selenskij rief in einer emotionalen und anklagenden Botschaft die USA dazu auf, den Druck auf Russland zu erhöhen. In diesem Zusammenhang forderte er auch erweiterten Zugriff der Ukraine auf Elon Musk’s Stralink-Netzwerk. Kai erläutert die Hintergründe dazu. Zudem sieht Kai in einer Personalentscheidung Putins einen Vorboten dessen, was der Kreml-Herrscher in der Ukraine vorhat: Wie der Daily Telegraph berichtet, soll Sergej Surowikin reaktiviert werden. Ein General, der den Beinamen "General Armageddon" trägt und offenbar unter anderem die Zerstörung sämtlicher Brücken in der Hauptstadt Kyjiw in die Tat umsetzen soll. Im Interview mit Host Stefan Niemann bewertet Oberst a.D. Wolfgang Richter die russischen Angriffe auf ukrainische Städte, die Auswirkungen auf die Zivilbevölkerung und die Lage auf dem Gefechtsfeld, wo es einen gewissen operativen Stillstand gebe. Die Unterstützung für die Ukraine stößt in Deutschland zunehmend auf Kritik. Waffenlieferungen könne man, so der Verteidigungsexperte, nicht von heute auf morgen einstellen, dann breche die Ukraine zusammen. Andererseits müsse man auch sehen, dass etwa Sanktionen und Waffenlieferungen zusammen bisher nicht dazu geführt hätten, dass der Krieg beendet worden sei. Aus Sicht von Richter fehlt eine entscheidende Komponente. "Wir haben bisher nicht ernsthaft versucht, über eine diplomatische Lösung zu reden." Er plädiert dafür, mit Russland ins Gespräch zu kommen, betont aber auch, dass man nicht über die Köpfe der Ukraine hinweg über deren Territorium verhandeln könne. Lob und Kritik, alles bitte per Mail an streitkraefte@ndr.de Interview mit Oberst a.D. Wolfgang Richter https://www.ndr.de/nachrichten/info/audio-3526750.html Umfrage zur russischen Bedrohung und Unterstützung für Waffenlieferungen an Ukraine https://www.tagesschau.de/inland/deutschlandtrend/deutschlandtrend-september-100.html Podcast-Tipp: Machtfragen - das sicherheitspolitische Update https://www.ndr.de/nachrichten/info/podcast5342.html Alle Folgen von "Streitkräfte und Strategien" https://www.ndr.de/nachrichten/info/podcast2998.html

Killt KI die Menschheit? (mit Anja Dahlmann) 06 Oct 2026

Russland führt bereits einen “Schattenkrieg” mit Deutschland – so lautet die deutliche Warnung der Nachrichtendienste. Die Gefahr einer militärischen Auseinandersetzung wachse. Laut BND-Chef Jäger sieht Putin uns als Hauptgegner. Und: nach Erkenntnis des Geheimdienstes wird der russische Machthaber den Krieg gegen die Ukraine noch ausweiten, um das Land diesen Winter “in die Knie zu zwingen”. Von einer „wachsenden und sich intensivierenden Menschenrechtskatastrophe“ hat am vergangenen Freitag der UN-Hochkommissar für Menschenrechte, Türk, gesprochen und die Auswirkungen des Krieges auf die ukrainische Zivilbevölkerung dargestellt. Stefan Niemann fasst die Aussagen Türks zusammen. Er blickt auch auf den Besuch von Bundeskanzler Merz in Kyjiw, der von ständigem Luftalarm und russischen Angriffen begleitet wurde. Merz bot der Ukraine ein umfangreiches Hilfspaket an, geplant ist eine Waffenkooperation mit der Ukraine. Die wehrt sich weiter – und nimmt u.a. russische Öllager in Visier. Im Schwerpunkt dieser Ausgabe spricht Kai Küstner mit Anja Dahlmann über den Einsatz von KI im Krieg und die apokalyptischen Warnungen aus den USA, Künstliche Intelligenz könne die Menschheit auslöschen. Die Leiterin des Berliner Büros des Instituts für Friedensforschung und Sicherheitspolitik spricht über die Probleme und Gefahren, die der Einsatz von künstlicher Intelligenz mit sich bringt und nennt die Eskalationsgefahr groß. Sie erklärt, welchen Einfluss KI bei Kriegen schon hat und welche Rolle der Mensch noch spielt. Die Wissenschaftlerin betont, dass sie sowohl im zivilen als auch im militärischen Bereich Regeln für den Umgang mit KI für extrem wichtig hält. Selbstverpflichtungen aus der Industrie sind aus Sicht von Dahlmann nicht ausreichend. Lob und Kritik, alles bitte per Mail an streitkraefte@ndr.de Interview mit Anja Dahlmann: https://www.ndr.de/nachrichten/info/audio-3519690.html Russlands “Schattenkrieg” gegen Deutschland – die Anhörung der Nachrichtendienste: https://www.bundestag.de/dokumente/textarchiv/2026/kw41-pa-pkgr-1211186 Marine bekommt zweiten Hafen in der Nordsee: https://www.ndr.de/nachrichten/niedersachsen/marinehafen-104.html Erklärstück zur neuesten Generation der russischen Geran-4 Drohnen https://youtube.com/watch?v=TYaj0QnZx9s&si=cgDCITqAChZupMuY Alle Folgen von “Streitkräfte und Strategien”: https://www.ndr.de/nachrichten/info/podcast2998.html

Hat die NATO den Friedenspreis verdient? (mit Christian Mölling) 02 Oct 2026

Am Donnerstag hat die NATO den Internationalen Preis des Westfälischen Friedens erhalten. Während Bundeskanzler Merz die Allianz als würdigen Preisträger sieht, gab es bei der Verleihung in Münster auch Proteste. Im Gespräch mit Host Anna Engelke bewertet der Sicherheitsexperte Christian Mölling die Preisvergabe an das Militärbündnis. Der Direktor der Denkfabrik EDINA analysiert auch die von Bundeskanzler Friedrich Merz gehaltene Laudatio, in der er die Rolle Deutschlands für die Unterstützung der Ukraine mehrfach hervorgehoben hat. Mölling bewertet im Interview auch den Zustand der NATO. "Mit dem allseits hörbaren Abgesang der Amerikaner auf die NATO ist es im Grunde genommen so, dass die NATO quasi in einem größeren Selbstzweifel ist als sie das, glaube ich, jemals zuvor gewesen ist." Mölling beschreibt, was die Allianz, aber auch Deutschland aus seiner Sicht nun tun sollten. Wegen eines Manövers im Sommer im baltischen Ostseeraum hat Russland der NATO eine "beispiellose Eskalation der militärisch-politischen Lage rund um die russische Region Kaliningrad" vorgeworfen. Das Schreiben aus Moskau wurde in der NATO als Drohung oder zumindest als Warnung verstanden. Stefan Niemann erklärt die Hintergründe und berichtet über gemischte Signale, die Russland nach einem bekannten Muster aussendet. Ukraines Präsident Selenskyj hat am Mittwoch überraschend Verteidigungsstellen der Streitkräfte im Donbass besucht. Damit will er vermutlich die Moral der Truppe als auch der Zivilbevölkerung heben, hat sie doch etliche schlechte Nachrichten zu verkraften. So sinkt etwa die Zahl einsatzfähiger Kampfflugzeuge in der Ukraine, zum anderen nehmen die russischen Angriffe weiter zu. Im Fokus steht derzeit u.a. das ukrainische Stromnetz. Lob und Kritik, alles bitte per Mail an streitkraefte@ndr.de Interview mit Christian Mölling https://www.ndr.de/nachrichten/info/audio-3512860.html Nato bekommt Westfälischen Friedenspreis https://www.tagesschau.de/inland/innenpolitik/merz-grundsatzrede-friedenspreis-muenster-100.html Ist die NATO preiswürdig? https://www.tagesschau.de/inland/regional/nordrheinwestfalen/wdr-preis-des-westfaelischen-friedens-ist-die-nato-preiswuerdig-100.html Alle Folgen von "Streitkräfte und Strategien" https://www.ndr.de/nachrichten/info/podcast2998.html Podcast-Tipp: 0630 der Newspodcast https://www.ardsounds.de/sendung/0630-der-newspodcast/urn:ard:show:3073031000d2c031/

Ist Reden mit Russland Zeitverschwendung? (mit Sarah Pagung) 29 Sep 2026

Zum ersten Mal seit Beginn des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine haben sich die Außenminister Deutschlands und Russlands getroffen. Auch wenn Argumente dagegen sprächen, sei das Treffen des deutschen Außenministers Wadephul mit seinem russischen Amtskollegen Lawrow in New York richtig gewesen, findet Sarah Pagung. Im Interview mit Host Kai Küstner erklärt die Leiterin des Berliner Büros der Körber Stiftung, warum. Die Häme, die Lawrow hinterher über Wadephul ausgeschüttet hat, war aus ihrer Sicht zu erwarten. Das Treffen habe nochmals bewiesen, dass Russland nicht verhandeln wolle. Pagung analysiert im Interview die russische Strategie im Krieg gegen die Ukraine, erklärt, wie Machthaber Putin versucht, innenpolitische Zweifel an einem russischen Sieg in der Ukraine zu zerstreuen, und sie schätzt ein, unter welchen Umständen Putin eines Tages doch zu Verhandlungen bereit sein könnte. Außerdem geht es um die Frage, wie die europäischen Länder mit Russland und dessen hybriden Angriffen umgehen sollten. Peter Hornung berichtet darüber, dass Russland das Militär-Budget deutlich erhöhen will und mehr Soldaten rekrutiert. Zumindest hat Ukraines Präsident Selenskyj erklärt, die Russen hätten mit einer weiteren Mobilmachung begonnen. Die Lage in der Ukraine selbst bleibt schwierig. Russland greift u.a. weiterhin die Hauptstadt Kiew und zivile Ziele an – wie etwa die Akademie der Wissenschaften nahe der deutschen Botschaft. Dabei setzt die russische Armee jetgetriebene Drohnen, vor allem Geran 5-Drohnen, ein, die die ukrainische Flugabwehr – bislang - kaum abfangen kann. An der Front bewegt sich wenig – bis auf Geländegewinne der ukrainischen Armee im Zuge der “Operation Vivaldi”. Peter erklärt, was dahintersteckt. Lob und Kritik, alles bitte per Mail an streitkraefte@ndr.de Interview mit Sarah Pagung: https://www.ndr.de/audio-3506100.html Wadephul rechtfertigt in der ARD sein Treffen mit Lawrow: https://www.tagesschau.de/video/video-1656186.html Alle Folgen von “Streitkräfte und Strategien”: https://www.ndr.de/nachrichten/info/podcast2998.html

Trumps umstrittene Einladung an Putin (mit Timo Graf) 25 Sep 2026

Es ist der einzige Ort auf diesem Planeten, wo Kriegsgegner und Todfeinde ohne Vorbedingungen und lange Verhandlungen zusammenkommen können und dies auch regelmäßig tun: das Hauptquartier der Vereinten Nationen in New York zu Zeiten der Generaldebatte in der Generalversammlung der UN. Peter Hornung spricht über die Auftritte von US-Präsident Trump und Irans Präsident Pezeshkian sowie des ukrainischen Präsidenten Selenskyj vor der versammelten Weltgemeinschaft. Nach seiner Rückkehr aus der Ukraine wechselt Stefan Niemann wieder auf die Analyse-Ebene und beleuchtet den Wirbel um Trumps Einladung von Russlands Herrscher zum G20-Gipfel im Dezember in Miami. Dass Putin dort wieder mit am Tisch sitzen könnte, sorgte für Befremden in Brüssel und Berlin. Es gebe für die Bundesregierung "angesichts des Krieges in der Ukraine keine Normalität im Umgang mit Russland", sagte Regierungssprecher Kornelius. Diplomatischen Bemühungen um eine Teilwaffenruhe in der Ukraine erteilte Russlands Außenminister Lawrow derweil eine Absage. Europa wolle so eine Pause doch nur, um die Ukraine in der Zwischenzeit "mit Waffen vollzupumpen". Wenn der ukrainische Präsident mit Putin sprechen wolle, dann solle er nach Moskau kommen. Selenskyj lehnt das ab, will jeden Anschein einer Kapitulation vermeiden. Bei erneut heftigen russischen Luftangriffen auf ukrainische Städte und Schiffe gab es Tote und Verletzte und erhebliche Schäden an kritischer Infrastruktur. Entlastung an der Front durch die erfolgreiche Gegenoffensive bei Lyman meldet die Ukraine im Donbass. Im Schwerpunkt spricht Peter mit Dr. Timo Graf vom Zentrum für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr über das Sicherheits- und Verteidigungspolitische Meinungsbild 2026. Die Deutschen sind abwehrbereiter als viele glauben, ist eine der Erkenntnisse dieser jährlich durchgeführten Studie im Auftrag des Verteidigungsministeriums. Russland wird immer mehr als Bedrohung wahrgenommen und wenn es zu einem Angriff käme, wären viele bereit, zur Waffe greifen. Lob und Kritik, alles bitte per Mail an streitkraefte@ndr.de Interview mit Timo Graf, Militärexperte: https://www.ndr.de/nachrichten/info/audio-3498940.html Tagesschau-Artikel von Kai Küstner und Stefan Niemann über die ukrainische Flugabwehr an den Küsten des Scharzen Meeres und zu den Versuchen der Ukraine, Abwehrdrohnen gegen Russlands schnelle, jetgetriebene Drohnen zu entwickeln: https://www.tagesschau.de/ausland/europa/ukraine-schnelle-drohnen-100.html Podcast-Tipp: Was tun, Herr General? Der Podcast zum Ukraine-Krieg: https://www.ardsounds.de/episode/urn:ard:episode:9e2802da7a728a79/ Alle Folgen von “Streitkräfte und Strategien” https://www.ndr.de/nachrichten/info/podcast2998.html

Unterm Tarnnetz bei der Flugabwehr - Podcast aus der Ukraine 22 Sep 2026

So nahe dran waren sie wohl noch nie: Auf ihrer Ukrainereise konnten Kai Küstner und Stefan Niemann Abwehrstellungen der ukrainischen Armee besuchen und haben dort miterlebt, wie russische Angriffe abgewehrt wurden. Doch die Gefahr wird immer größer - durch superschnelle Drohnen vom Typ Geran 4 und Geran 5, durch jetgetriebene Gleitbomben und durch kleine, kostengünstige Marschflugkörper. "Warum kann sich die Ukraine derzeit noch nicht hinreichend gegen den Terror aus der Luft verteidigen?" fragen sie denn auch den Sprecher ukrainischen Marine. Man arbeite daran, auch neue Gefahren abzuwehren, sagt er. Dennoch ist klar: Der Ukraine fehlt es vor allem an Abwehrraketen. Kai und Stefan haben in Kiew auch mit dem neuen deutschen Botschafter in der Ukraine, Boris Ruge, gesprochen. Der Diplomat ist seit August im Land. "Unsere Interessen hier sind, dass die Ukraine als demokratischer und unabhängiger Staat überlebt." Ruge schildert die Arbeit der deutschen Botschaft im Krieg und blickt auf den kommenden Winter. Alle erwarteten, dass dieser schwierig werde. Aus seiner Sicht ist das Kalkül von Russlands Machthaber Putin, die Infrastruktur noch weiter zu beschädigen, die Versorgung der Menschen damit schwieriger und so politisch einen Unterschied zu machen. Dies sei, so der deutsche Botschafter, aber ein "komplette Fehlkalkulation". Ruge spricht im Interview auch über die Erwartungen der Ukrainer an Deutschland und die NATO. Das Verständnis in der Ukraine sei auch, dass sie nicht nur "Empfänger von Hilfsleistungen" ist, sondern mit ihrem Kampf gegen Russland zur europäischen Sicherheit beiträgt. Der Diplomat erklärt, welche rote Linien es für die Bundesregierung bei der Unterstützung der Ukraine gibt und er spricht über die Rolle der Europäer und der USA in diesem Krieg. Alles, was die Bundesregierung, die NATO und die EU täten, ziele darauf ab, den Einstieg in Verhandlungen zu ermöglichen, um diesen Krieg so schnell wie möglich zu beenden. "Aber eben nicht um den Preis der Aufgabe der Ukraine als unabhängiger und souveräner Staat." Ruge glaubt, dass Russland den Krieg, so wie es ihn bislang geführt hat, nicht endlos weiterführen kann. Lob und Kritik, alles bitte per Mail an streitkraefte@ndr.de Weitere Informationen: Interview mit Botschafter Boris Ruge: https://www.ndr.de/nachrichten/info/audio-3492022.html Schifffahrt unter Attacke: Das ukrainische Getreide steckt fest https://www.tagesschau.de/ausland/europa/ukraine-export-getreide-100.html Alle Folgen von "Streitkräfte und Strategien" https://www.ndr.de/nachrichten/info/podcast2998.html Podcast-Tipp: Welt.Macht.China https://1.ard.de/weltmachtchina?cp Kontakt zum Lyzeum 90 in Odessa: sc-90@ukr.net

Odessa unter Dauerbeschuss - Podcast aus der Ukraine 18 Sep 2026

Die Hosts von Streitkräfte und Strategien, Stefan Niemann und Kai Küstner, melden sich in dieser Folge direkt aus der Ukraine, genauer gesagt aus Odessa. Sie berichten über ihren Aufenthalt und das Leben im Krieg, das geprägt ist von dauerndem Drohnen- und Raketenalarm. Den gab es auch, als Stefan und Kai den Podcast aufgenommen haben. Vorher hatten die beiden eine stark beschädigte Schule besucht, mit Schülerinnen und Schülern gesprochen. Ein Hauptziel der russischen Armee ist der Hafen von Odessa, der fast vollständig blockiert ist. Das hat Folgen für die Landwirtschaft und den Export von Weizen. Stefan und Kai haben mit einer Sondergenehmigung eine Patrouille der ukrainischen Marine begleitet, die ebenfalls russischen Drohnen ausgesetzt ist. Gegen Shahed-Drohnen der neuen Generation fehlen der Crew Mittel, um sie abzufangen. Zum Schluss dieser Ausgabe schildern Stefan und Kai, wie die Menschen versuchen, sich vom Krieg abzulenken – mit einem Besuch der Oper. Allerdings muss auch der wegen Luftalarms immer wieder unterbrochen werden. Trotzdem ist die Vorstellung am Donnerstag fast ausverkauft. Ein Cellist sagt: „Es ist wie Protest, Widerstand gegen den Krieg. Ich denke, das sind Protestgefühle bei den Menschen und deshalb kommen sie, um trotz allem sich als Menschen zu fühlen. Selbst der Krieg kann sie nicht aufhalten und ihnen die normale Lebensweise nicht nehmen!” Lob und Kritik, alles bitte per Mail an streitkraefte@ndr.de Alle Folgen von “Streitkräfte und Strategien”: https://www.ndr.de/nachrichten/info/podcast2998.html Podcast-Tipp: Weltspiegel: https://1.ard.de/weltspiegelpodcast?cp=sus

Putin spielt mit der Angst (mit Florian Gering) 15 Sep 2026

Am Sonntag hat eine russische Drohne einen ukrainischen Passagierzug nahe der polnischen Grenze angegriffen. Kai Küstner und Peter Hornung sprechen in dieser Ausgabe von Streitkräfte und Strategien darüber, dass Bahnlinien in der Ukraine immer häufiger zum Ziel der Attacken aus Russland werden. Ohnehin erlebt die Ukraine gerade Drohnenangriffe von beispielloser Intensität. Besonders schwer abzuwehren sind die vom neuesten Typ Geran 5, wie der Drohnenexperte Julian Röpcke berichtet. Außerdem blickt Peter auf die Lage im Nahen Osten. Nach der Straße von Hormus ist nun eine andere Meeresstraße in den Fokus gerückt - Bab al-Mandab im Süden der arabischen Halbinsel. Im Schwerpunkt dieser Folge geht es um die nukleare Bedrohung. Seit Beginn des Ukraine-Krieges 2022 ist aus Sicht des Wissenschaftlers Florian Gering die Gefahr des Einsatzes von Kernwaffen und die Bedrohung von AKW durch militärische Angriffe gewachsen. Im Interview mit Kai Küstner spricht der Experte vom Bundesamt für Strahlenschutz über den Kernwaffen-Teststopp-Vertrag, der in diesen Tagen 30 Jahre alt wird, Atomtests verbietet und helfen soll, den Einsatz und die Verbreitung von Atomwaffen zu verhindern. Auch wenn es wegen fehlender Unterschriften aller Staaten bis heute nicht in Kraft ist, entfaltet das Abkommen aus Sicht von Gering eine sehr deutliche Wirkung. "Seit 1996 gab es nur noch eine Handvoll Kernwaffentests. In den Jahrzehnten zuvor hatten wir einige tausend Kernwaffentests." Das liege auch an einem mittlerweile sehr umfassenden Überwachungsnetzwerk. Der Wissenschaftler erklärt, welche Rolle dabei das Bundesamt für Strahlenschutz spielt und welche Verfahren es gibt, um Kernwaffentests weltweit nachzuweisen. Außerdem geht es im Interview um die Frage, ob die Bevölkerung in Deutschland auf einen derzeit noch sehr theoretisch scheinenden, nuklearen Angriff ausreichend vorbereitet wäre. Lob und Kritik, alles bitte per Mail an streitkraefte@ndr.de weitere Informationen: Interview mit Dr. Florian Gering https://www.ndr.de/nachrichten/info/audio-3478408.html Der Atomwaffen-Teststopp-Vertrag https://www.bfs.de/SharedDocs/Pressemitteilungen/BfS/DE/2026/010.html Russlands Drohnenangriff nahe NATO-Gebiet https://edition.cnn.com/2026/09/14/europe/russia-drone-strike-ukraine-poland-rail-nato-diplomacy-intl Programmtipp: NDR Info Live Podcast zur "Hamburger Woche der Pressefreiheit" https://1.ard.de/livepodcast Alle Folgen von "Streitkräfte und Strategien" https://www.ndr.de/nachrichten/info/podcast2998.html

Alarmiertes Deutschland übt den Krisenfall (mit Armin Schaus) 11 Sep 2026

Der bundesweite Warntag diese Woche ist Anlass, in Streitkräfte und Strategien eine zentrale Frage zu stellen: Wie gut sind wir in Deutschland auf einen Krisen- oder gar Kriegsfall vorbereitet? Anna Engelke spricht darüber mit Oberst Armin Schaus, dem Abteilungsleiter "Zivil-militärische Zusammenarbeit" im Operativen Führungskommando der Bundeswehr. Er erklärt den "Operationsplan Deutschland", der das Land auf hybride Bedrohungen, Krisen und Krieg vorbereiten soll. Dieser Plan soll "alarmieren, aber nicht alarmistisch sein". Wichtig sei, dass sich jeder Einzelne im Land gedanklich und auch ganz praktisch vorbereite nach dem Motto: "Vollkasko ist da, aber du hast Selbstbeteiligung". Peter Hornung berichtet über die Lage in der Ukraine und die im Nahen Osten. Die Ukraine leidet weiterhin unter heftigen Angriffen aus Russland – vor allem mit strahlengetriebenen, schnellen Drohnen, die immer schwerer abzufangen sind. Weil dem Land die Patriot-Abwehrraketen ausgegangen sind und es auch an Luft-Luft-Raketen mangelt, versuchen ukrainische Kampfpiloten in waghalsigen Manövern solche Angriffe abzuwehren - mit ihren Bordkanonen. Eine russische Drohne war es auch, die angeblich dem Flugzeug von Präsident Selenskyj beim Abflug von Moldaus Hauptstadt bedrohlich nahegekommen sei. Unklar allerdings bleibt, wie groß die Gefahr tatsächlich war. Die Ukraine demonstriert erneut, dass sie in der Lage ist, Ziele auch in den entferntesten Ecken des europäischen Teils von Russland zu treffen - wie diese Woche zwei Gasanlagen in der Nähe des Polarkreises, fast 3.000 Kilometer von der ukrainischen Grenze entfernt. Lob und Kritik, alles bitte per Mail an streitkraefte@ndr.de Interview mit Oberst Armin Schaus https://www.ndr.de/nachrichten/info/audio-3471832.html Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe / Ratgeber https://www.bbk.bund.de/DE/Warnung-Vorsorge/Vorsorge/Ratgeber-Checkliste/Medienpaket-Ratgeber-BBK/medienpaket-ratgeber-bbk_node.html) Alle Folgen von "Streitkräfte und Strategien" https://www.ndr.de/nachrichten/info/podcast2998.html Podcast-Tipp: NDR Talk-Format "OHA!" Reservist trifft Friedensaktivistin https://www.ndr.de/fernsehen/oha-120.html

Wie 9/11 die Bundeswehr verändert hat 08 Sep 2026

Im heutigen Schwerpunkt geht es um 9/11, die Terroranschläge vom 11. September 2001, die sich in diesen Tagen zum 25. Mal jähren. Und um bislang unbekannte Erkenntnisse gleich zu Beginn der Anti-Terror-Mission in Afghanistan. Der NDR-Autor Christoph Heinzle hat mit einem ehemaligen Soldaten des Kommandos Spezialkräfte, KSK, gesprochen, der in einer Nacht- und Nebelaktion im November 2001 mit einem Kameraden in der Taliban- und Al Kaida-Hochburg Südafghanistan abgesetzt wurde. Um dort auszuloten, wie man den Amerikanern beim Anti-Terrorkampf helfen könnte. Heikel daran war: Niemand wusste von diesem Vorauskommando, auch nicht der Bundestag. Der erst 2 Tage, nachdem die beiden KSK-Männer sich auf den Weg machten, über den Anti-Terror-Einsatz abstimmte. Das beleuchtet Christoph im Gespräch mit Host Kai Küstner ebenso wie die Frage: Ob sich aus 20 Jahren Afghanistan überhaupt Lehren ziehen lassen für die Abschreckung Russlands und den neuen Fokus auf Landes- und Bündnisverteidigung. Mit Stefan Niemann analysiert Kai den Besuch der US-Sondergesandten Wittkoff und Kushner in Moskau und Kiew. Es gab keine konkreten Ergebnisse, die Amerikaner machten aber deutlich, dass sie – wie Putin – bei künftigen Verhandlungen die Europäer nicht mit am Tisch haben wollen. Stefan schildert den russischen Drohnenangriff auf das Hauptquartier des ukrainischen Geheimdienstes am vergangenen Freitag mitten in Kiew, der offenbar dem SBU-Chef gegolten hat. Eine Machtdemonstration Moskaus kurz vor den Friedensverhandlungen. Im Nahen Osten widersprechen sich die Angaben der Kriegsparteien zur Lage in der Straße von Hormus. Von einer Normalisierung des internationalen Schiffsverkehrs kann keine Rede sein, nur sehr wenige Frachter und Tanker wagen die immer noch gefährliche Durchfahrt. Die anhaltenden Luftschläge der US-Streitkräfte haben die militärischen Möglichkeiten der iranischen Revolutionsgarden allerdings merklich vermindert. Lob und Kritik, alles bitte per Mail an streitkraefte@ndr.de Heikle Geheim-Mission - neue Erkenntnisse zum Bundeswehr-Einsatz in Afghanistan https://www.tagesschau.de/investigativ/ndr/bundeswehr-afghanistan-186.html Podcast-Tipp: Pearl Harburg - Deutschland nach 9/11 https://1.ard.de/Pearl_Harburg?cp=sus Alle Folgen von "Streitkräfte und Strategien" https://www.ndr.de/nachrichten/info/podcast2998.html

50 Shades of Krieg (mit Jörg Diehl) 04 Sep 2026

Es bestehen "kaum Zweifel", dass der Anschlagsversuch von Leipzig "für Russland geplant und ausgeführt wurde". Das sagt der Investigativjournalist Jörg Diehl im Gespräch mit Host Kai Küstner. Nachdem die Bundesregierung am Dienstag eindeutig Russland als Verantwortlichen für den Angriff am Flughafen Leipzig Anfang August benannt hatte, gab es zunächst Kritik, sie habe nicht genug Beweise vorgelegt. Doch Recherchen fördern zutage, dass die Ermittler zwei Tatverdächtige mit Verbindungen nach Russland im Visier haben. Auch die Art des Sprengstoffs deute in Richtung Moskau, weil der sich nicht selbst herstellen lasse, erläutert Jörg Diehl, der die Recherche-Kooperation von NDR, WDR und Süddeutscher Zeitung leitet. Er kommt zu dem Schluss: Russland führt einen hybriden Krieg gegen Deutschland. "Und zwar seit vielen Jahren". Der Hackerangriff auf den Deutschen Bundestag liege schon mehr als 10 Jahre zurück. Doch Konsequenzen wurden daraus nicht gezogen. Dass man die Sicherheitsmaßnahmen nicht verbessert habe, räche sich jetzt. Stefan Niemann beleuchtet und bewertet Deutschlands "Vergeltungsmaßnahmen", Russlands Reaktionen darauf sowie die Äußerungen von EU und NATO. Das Bündnis rechnet mit weiteren Sabotage-Aktionen Russlands, ungewöhnlich konkret warnt Dänemarks Geheimdienst die Bürger des Landes. Die Einwohner Kiews und Odessas erleben eine Woche pausenloser russischer Luftangriffe, die inzwischen auch am helllichten Tag erfolgen und die Zivilbevölkerung zermürben sollen. Vor allem die Abwehr der schnellen jetgetriebenen Shahed-Drohnen stellen die Luftabwehr der Ukraine vor Herausforderungen. Aber auch Russlands Luftraum werde künftig nicht mehr sicher sein, warnte Woldymyr Selenskyj und kündigte an, künftig bis zu 1.000 Drohnen ins Hinterland des Aggressors zu schicken. Erste Airlines streichen ihre Flüge nach Russland und ändern ihre Flugrouten. Im Nahen Osten flammt der Krieg zwischen dem Iran und den USA wieder auf. Bei Angriffen auf Stellungen im Südiran ist auch eine Hochzeitsfeier getroffen worden – es gab Tote und Verletzte. Teheran spricht von einer Gräueltat, Washington will den Vorfall untersuchen. Lob und Kritik, alles bitte per Mail an streitkraefte@ndr.de Weitere Informationen: Drohnenangriff Leipzig – zwei Tatverdächtige. Was bisher bekannt ist https://www.sueddeutsche.de/politik/leipzig-drohnen-anschlag-sprengstoff-russland-ermittlungen-low-level-agenten-hybrider-krieg-li.3540108 Brandanschlag bei Rüstungsfirma - auch hier wird Verwicklung Russlands vermutet https://www.tagesschau.de/inland/innenpolitik/brandanschlag-muenchen-verdacht-geheimdienst-russland-100.html Podcast-Tipp: 11KM -der tagesschau-Podcast https://www.ardsounds.de/sendung/11km-der-tagesschau-podcast/urn:ard:show:4549910994dc2464/ Alle Folgen von "Streitkräfte und Strategien" https://www.ndr.de/nachrichten/info/podcast2998.html

Russlands Menschenjagd auf Zivilisten (mit Rebecca Barth) 01 Sep 2026

Vier Wochen liegt der Anschlagsversuch mit Sprengstoffdrohnen am Flughafen Leipzig/Halle zurück. Nun reicht die Beweislage offenbar aus, um einen russischen Geheimdienst als verantwortlich zu benennen. Stunden vor der noch für Dienstag erwarteten Erklärung der Bundesregierung besprechen die Hosts Stefan Niemann und Kai Küstner, mit welchen Maßnahmen Deutschland auf die andauernden Bedrohungen durch Russland reagieren könnte. Im Schwerpunkt dieser Folge geht es um Russlands systematische Angriffe auf ukrainische Zivilisten in der Stadt Cherson. Dort harren noch etwa 60.000 Menschen aus obwohl russische Drohnenpiloten von jenseits des Flusses Dnipro aus regelrecht Jagd auf die Bewohner der Stadt machen. In Chatrooms der Angreifer ist zynisch von "Safaris" die Rede - dabei geht es um Kriegsverbrechen. Rebecca Barth hat mit einem Fernsehteam des ARD-Studios Kiew die gefährliche Reise nach Cherson gewagt und schildert Stefan ihre Eindrücke. Kai Küstner spricht in der aktuellen Lage darüber, wie Russland versucht, die Ukraine zu einem nicht mehr lebenswerten Land zu machen - durch den Entzug der wirtschaftlichen Grundlagen und die Zerstörung der Infrastruktur. Massive russische Luftangriffe mit ballistischen Raketen und Drohnen können von der ukrainischen Armee kaum mehr abgefangen werden, weil ihr die Abfangraketen fehlen. Unterdessen darf Russlands Vertreter erstmals seit langem wieder beim Treffen beim Treffen der G20- Finanzminister mit am Tisch sitzen, weil die Amerikaner ihn eingeladen haben. Angeblich steht diese unerwartete Einladung im Zusammenhang mit den Friedensbemühungen von US-Präsident Trump. Lob und Kritik, alles bitte per Mail an streitkraefte@ndr.de Ärger über russische Teilnahme an G20-Finanzministertreffen https://www.tagesschau.de/ausland/amerika/g20-finanzminister-treffen-100.html Cherson: Menschenjagd mit Drohnen (ARD Morgenmagazin) https://1.ard.de/MoMa_Cherson_Menschenjagd_mit_Drohnen Drohnen und Sabotage: Wie sicher sind unsere Häfen? https://www.ardsounds.de/episode/urn:ard:episode:6b876cba9bf9c30a/ Podcast-Tipp: "Stabile Zeitenlage" https://www.youtube.com/playlist?list=PLkKDSXRppVa6ANMoQbWdwcwm0CMpFdoFF https://www.tiktok.com/@tagesschau Alle Folgen von "Streitkräfte und Strategien" https://www.ndr.de/nachrichten/info/podcast2998.html

Geheimnisvoller CIA-Besuch in Moskau (mit Sönke Neitzel) 28 Aug 2026

Diese Woche hat der Chef des US-amerikanischen Auslandsgeheimdienstes, Ratcliffe, Moskau besucht. Warum, darüber wird spekuliert. Zeitungen berichten, der CIA-Direktor habe Russland vor einem möglichen Angriff auf die NATO gewarnt. Für den Militärhistoriker Sönke Neitzel ist es zumindest ein Hinweis darauf, dass die westliche Allianz eine Eskalation mit Russland für möglich hält. "Und dass das so öffentlich gemacht wird, (…) ist meines Erachtens schon Teil einer amerikanischen Strategie, die eigentlich für uns ganz positiv ist, weil (…) Trump ja vielfach den Artikel 5, die Beistandsklausel der NATO, infrage gestellt" hat, sagt Neitzel im Interview mit Host Anna Engelke. Im Bündnis werde darüber diskutiert, ob Russlands Machthaber Putin den Krieg gegen die Ukraine weiter eskaliert. Neitzel bewertet im Interview die Aussagen von Bundeskanzler Merz, der Urhebern hybrider Angriffe drohte. Der Militärhistoriker analysiert die geplanten Änderungen am BND-Gesetz und erklärt, dass die Bundeswehr aus seiner Sicht grundlegend reformiert werden muss. Und: Ein halbes Jahr nach Kriegsbeginn im Nahen Osten ordnet Neitzel im Podcast auch die aktuelle Situation ein. Die USA, größte Militärmacht der Welt, stehe "wie ein begossener Pudel da". Im Ukraine-Krieg gibt es keine dramatischen Veränderungen an der Front. Stefan Niemann analysiert die Lage im Donezk am Beispiel der Stadt Kramatorsk. Wolodymyr Selenskyj plane, die Truppen in dieser Region neu aufzustellen und zu verstärken. Am Rande der Feierlichkeiten zum ukrainischen Unabhängigkeitstag hat die Koalition der Willigen der Ukraine weitere Unterstützung zugesagt. Künftig dürfen die Marschflugkörper britisch-französischer Bauart (Storm Shadow und Scalp) in der Ukraine produziert werden. Das trägt zur Verschärfung des Streits zwischen Moskau und London bei - unverhohlen droht Russland inzwischen mit Angriffen auf britische Rüstungsunternehmen. Eine Eskalation an der diplomatischen Front. Lob und Kritik, alles bitte per Mail an streitkraefte@ndr.de Interview mit Militärhistoriker Sönke Neitzel https://www.ndr.de/nachrichten/info/audio-3444524.html Alle Folgen von "Streitkräfte und Strategien" https://www.ndr.de/nachrichten/info/podcast2998.html Podcast-Tipp: Hateland - "Die Schill Show" https://www.ardsounds.de/sendung/urn:ard:show:7ae4f72cbe4a75e2/

Selenskyj steht doppelt unter Druck (mit Denis Trubetskoy) 21 Aug 2026

Die Nächte für die Menschen in der ukrainischen Hauptstadt sind derzeit besonders zermürbend. Immer wieder greift Russland Kiew mit ballistischen Raketen an, die die Ukraine wegen des Mangels an entsprechenden Waffen nicht abwehren kann. Im Gespräch mit Host Anna Engelke schildert Denis Trubetskoy, wie die Menschen in der Hauptstadt mit der ständigen Bedrohung leben. Auf den schwersten Kriegswinter, sagt der ukrainische Journalist, folgte der schwerste Kriegssommer. Dem kommenden Winter schauen die Menschen mit großer Sorge entgegen, besonders wegen der angeschlagenen Strom- und Wasserversorgung. Doch der Präsident der Ukraine steht nicht nur wegen des russischen Angriffskrieges unter Druck, sondern auch innenpolitisch. Selenskyj befinde sich wegen der Entlassung des Verteidigungsministers Mykhailo Fedorov und der daraus resultierenden Proteste in der größten innenpolitischen Krise, meint Trubetskoy. Mit seiner Forderung nach Neuwahlen habe sich Fedorov aber ins Abseits gestellt. Die Ukrainer blickten mit einer großen Ambivalenz auf die Durchführung von Wahlen mitten im Krieg. Die Lage in verschiedenen Frontabschnitten, wo Russlands Truppen trotz teilweise heftiger Gefechte kaum nennenswerte Geländegewinne machen können, schildert Stefan Niemann. Nahezu wehrlos wirkt die ukrainische Luftverteidigung dagegen bei den massiven Angriffen mit Iskander-Raketen und Marschflugkörpern wie zuletzt auf Kiew. Der chronische Mangel an Patriot PAC-3 Abwehrraketen kostet Tag für Tag Menschenleben. Die von einem rumänischen F-16 Kampfjet abgeschossene schwimmende Sprengstoffdrohne unweit einer Gasförderplattform am Schwarzen Meer zeigt der NATO, wie leicht ihre Verteidigungsfähigkeit zu testen ist. Bukarest macht Moskau für den gefährlichen Zwischenfall verantwortlich. Russlands Außenminister hatte westliche Länder unlängst gewarnt: wer die Ukraine unterstütze, müsse mit schärferen Maßnahmen rechnen. Zuletzt stellte der Kreml Großbritannien an den Pranger, weil dort hergestellte Drohnen bei ukrainischen Angriffen auf Russland zum Einsatz gekommen sein sollen. Auch im Ostseeraum wachsen die Spannungen. Russland entsandte erneut ein Kriegsschiff vor die Küste Fehmarns, mutmaßlich um seine Schattenflotte zu schützen. Ein Blick in den Nahen Osten zeigt, dass auch nach Ablauf der 60-Tage Frist die Beendigung des Iran-Krieges in weiter Ferne liegt. Das Regime in Teheran trotzt allen Drohungen Trumps – der US-Präsident wirkt rat- und planloser denn je. Lob und Kritik, alles bitte per Mail an streitkraefte@ndr.de Interview mit Denis Trubetskoy https://www.ndr.de/nachrichten/info/audio-3431500.html Debatte über Neuwahlen in der Ukraine https://www.tagesschau.de/ausland/europa/ukraine-debatte-wahlen-100.html Alle Folgen von “Streitkräfte und Strategien” https://www.ndr.de/nachrichten/info/podcast2998.html Podcast-Tipp: Springerstiefel - Alpha oder Täter? https://1.ard.de/springerstiefel_s3?streitkraefte

Zweite Zeitenwende (mit Nico Lange) 14 Aug 2026

Der Drohnen-Vorfall am Leipziger Flughafen Anfang August hat in Deutschland für Aufregung und Besorgnis gesorgt und eine Diskussion über die Abwehr solcher und hybrider Angriffe ausgelöst. Im Interview mit Host Stefan Niemann spricht der Sicherheitsexperte Nico Lange über die aus seiner Sicht immer noch mangelhafte Drohnenabwehr an deutschen Flughäfen. Man sei “an einer Katastrophe knapp vorbeigeschlittert, aber nicht, weil wir sie verhindert hätten oder abgewehrt hätten, sondern nur durch zufällige Umstände, möglicherweise einen technischen Defekt.” Der Gründer des Instituts für Risikoanalyse und Internationale Sicherheit (IRIS) bemängelt, die notwendige Sensorentechnik sei längst vorhanden, aber die Politik hinke hinterher. Daran ändere auch der neugeschaffene Nationale Sicherheitsrat wenig. Laut Lange passt die Sprengstoffdrohne zu Russlands gezielter hybrider Kriegführung gegen Staaten, die die Ukraine unterstützen. Deutschland müsse da deutlich wehrhafter werden. Man müsse damit rechnen, dass Russlands Machthaber möglicherweise noch in diesem Jahr testen will, ob die NATO wirklich zusammenhält, und zwar “nicht mit dem Angriff einer riesigen russischen Streitmacht, sondern mit einer Kombination aus hybriden und versteckten Angriffen und vielleicht kleinen, kurzen Vorstößen auf NATO-Gebiet.” Derweil geht der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine unvermindert weiter. Die ukrainische Armee wehrt sich mit Attacken im russischen Hinterland auf Ölraffinieren und Lager des Versandhändlers Wildberries. Zugenommen haben in den vergangenen Wochen auch gegenseitige Angriffe auf Schiffe und Häfen, berichtet Astrid Corall. Dadurch leide der wichtige Export von Getreide. Ukraines Präsident Selenskyj hat nach eigenen Angaben den US-Amerikanern Vorschläge zur Beendigung des Krieges vorgelegt, Details sind bislang nicht bekannt. Er fordert aber erneut mehr Unterstützung bei der Flugabwehr – und bittet die USA, der Ukraine mindestens fünf Prozent ihrer Raketenbestände zu verkaufen. Astrid berichtet auch über Berichte, wonach Russland nach der Parlamentswahl im September eine Mobilmachung plant, über die gestiegene Zahl der im Krieg getöteten Zivilisten und sie wirft einen Blick auf die aktuellen Entwicklungen im Nahen Osten und in der Straße von Hormus. Lob und Kritik, alles bitte per Mail an streitkraefte@ndr.de Interview mit Nico Lange https://www.ndr.de/audio-3417806.html Alle Folgen von “Streitkräfte und Strategien”: https://www.ndr.de/nachrichten/info/podcast2998.html Podcast-Tipp : REICH - Das Geschäft mit dem Zweifel: https://1.ard.de/REICH

Bittere Afghanistan-Bilanz (mit Can Merey) 07 Aug 2026

Was ist vom Bundeswehr-Einsatz am Hindukusch geblieben? Dieser Frage geht Peter Hornung im Schwerpunkt mit dem Krisenreporter Can Merey nach. Vor fünf Jahren, am 15. August 2021, haben die Taliban wieder die Macht in Afghanistan übernommen, die letzten Bundeswehrsoldaten hatten ihren Stützpunkt im Norden des Landes einige Wochen zuvor verlassen. Merey ist gerade von einer Reise nach Kunduz zurückgekommen, wo es über Jahre ein deutsches Feldlager gab. Er schildert seine Eindrücke aus einer Gegend, in der man sich durchaus noch an die Deutschen erinnert - wenn auch mit sehr gemischten Gefühlen. Als Symbol für den deutschen Einsatz könne die von der Bundeswehr gebaute Mischa-Meier-Brücke dienen, sagt Merey. Die liegt längst zerbrochen in dem Fluss, über den sie einmal führte. Zwischen dem Iran und Oman soll es Einigung über den Schiffsverkehr in der Straße von Hormus geben. Bislang sind nur Eckpunkte bekannt, die das Regime in Teheran stärken würden. Wegen des Krieges im Iran sind die Raketen-Bestande der USA laut Medienberichten deutlich geschrumpft. Vor allem der begrenze Bestand an Patriot-Raketen hat auch Folgen für die Ukraine, berichtet Astrid Corall. Das Land kann sich nur noch sehr schwer gegen russische Raketen-Angriffe wehren. Eine deutliche Zunahme sieht die Ukraine auch ei Attacken auf Schiffe im Schwarzen Meer und in Häfen, die Sorge vor Auswirkungen für die globale Ernährungssicherheit wächst. Lob und Kritik, alles bitte per Mail an streitkraefte@ndr.de Alle Folgen von "Streitkräfte und Strategien" https://www.ndr.de/nachrichten/info/podcast2998.html Podcast-Tipp: Machtfragen - Das sicherheitspolitische Update https://www.ndr.de/nachrichten/info/podcast5342.html

Ukrainische Erfolge im russischen Hinterland (mit Achim Gutzeit) 31 Jul 2026

Im Krieg mit Russland trifft die ukrainische Armee vermehrt Ziele im russischen Hinterland. Besonders im Visier: Versandzentren und Lager der Firma "Wildberries", des russischen Pendants zu Amazon. Mehr als ein Dutzend von ihnen wurden von ukrainischen Drohnen in Brand geschossen: ein gewaltiger Schaden, den auch russische Verbraucherinnen und Verbraucher spüren. Denn mit "Wildberries" kommen bislang Konsumgüter aller Arten in alle Regionen des größten Landes der Erde. Im Nahen Osten ist es gerade der Iran, der den Krieg mit den USA befeuert - unter anderem durch einen Angriff auf eine US-Luftwaffenbasis in Jordanien. Gleichzeitig rückt das Rote Meer in den Mittelpunkt des Interesses. Dort greifen die vom Iran unterstützten jemenitischen Huthi-Rebellen Öltanker mit Raketen und Drohnen an, nachdem sie zuvor eine Blockade dieses wichtigen Seeweges verkündet hatten. Sollte das Rote Meer tatsächlich nicht mehr passierbar sein, hätte das weitere schwerwiegende Folgen für die Weltwirtschaft. Im Schwerpunkt dieser Ausgabe beschäftigt sich Achim Gutzeit mit weitreichenden Waffensystemen, mit ballistischen Raketen, Marschflugkörpern und Drohnen. Achim erklärt unter anderem, ob mit dem von der Bundesregierung geplanten Kauf von US-Mittelstreckenwaffen des Typs Tomahawk die vielzitierte Abschreckungslücke der Europäer geschlossen wird und wie es um das am Rande eines NATO-Gipfels 2024 beschlossene europäische Rüstungsprojekt Elsa bestellt ist. Er geht der Frage nach, wie europäische Staaten die Ukraine unterstützen, wie sich das von Russland angegriffene Land mit Drohnen verteidigt und wie weit die Bundeswehr beim Thema Drohnenentwicklung ist. Weitere Informationen: Zum Schwerpunkt weitreichende Waffensysteme: https://www.bmvg.de/de/aktuelles/deutsch-norwegischer-seeziellenkflugkoerper-geplant-5807888 https://www.telegraph.co.uk/world-news/2026/07/08/ukraine-ambassador-do-not-assume-russia-has-lost-war/ https://defence-network.com/deutschland-deep-strike-drohnen-ukraine/ https://www.hartpunkt.de/franzoesische-tiefenwirkung-ein-ueberblick-ueber-franzoesische-entwicklungsprojekte-fuer-waffensysteme-grosser-reichweite/ https://www.youtube.com/watch?v=6GNvAr20tUg Interview mit Luft und Raumfahrt-Ingenieur Dr.-Ing. Markus Schiller https://www.ndr.de/nachrichten/info/audio-3390464.html Alle Folgen von "Streitkräfte und Strategien" https://www.ndr.de/nachrichten/info/podcast2998.html Unser Seh-Tipp: STABILE ZEITENLAGE auf dem YouTube- und TikTok-Kanal der tagesschau YouTube: Was, wenn Russland in der Ostsee die NATO angreift? https://1.ard.de/STABILE_ZEITENLAGE_YT?p=sus TikTok: Wetten auf Krieg? https://1.ard.de/Wetten_auf_Krieg?p=sus

Sommer im Krieg (Sonderfolge mit Vassili Golod) 26 Jul 2026

In den vergangenen Wochen hat Russland die Ukraine immer wieder massiv angegriffen, vor allem auch die Hauptstadt Kiew. Über den Alltag im Krieg erzählt ARD-Korrespondent Vassili Golod, der seit vier Jahren aus der Ukraine berichtet, bei einem Besuch von NDR vor Ort in Hannover. Mit den Hosts dieser Sonderfolge, Philipp Abresch und Astrid Corall, spricht Vassili darüber, wie er den Krieg erlebt und wie er und sein Team trotz eines bei einem Angriff schwer beschädigten Studios derzeit arbeiten, wie die Menschen in der Ukraine auf den Krieg schauen und wieviel Unterstützung Präsident Selenskyj noch hat. Lob und Kritik, alles bitte per Mail an streitkraefte@ndr.de Neue Angriffe in der Ukraine und Russland https://www.tagesschau.de/ausland/europa/ukraine-russland-240.html Alle Folgen von “Streitkräfte und Strategien” Https://www.ndr.de/nachrichten/info/podcast2998.html Alle Folgen vom "Weltspiegel Podcast" https://www.ardsounds.de/sendung/urn:ard:show:621711b59e5ee4cd/

Trump findet keinen Ausweg in Nahost (mit Guido Steinberg) 24 Jul 2026

Mitten hinein in die wieder eskalierende Lage am Persischen Golf platzte die Nachricht, dass die USA einen Atomdeal mit Saudi-Arabien geschlossen hätten. Den US-Präsident Trump allerdings nachträglich mit der Bedingung versah, dass die Saudis sich mit Israel aussöhnen. Trotzdem nährt der Deal Befürchtungen, Saudi-Arabien könne in den Besitz der Atombombe gelangen. “Automatisch” werde das nicht passieren, erklärt der Nahost-Experte Guido Steinberg im Interview mit Kai Küstner. Längerfristig allerdings bestehe die Gefahr durchaus, dass die Saudis mit Hilfe des Abkommens “doch in der Lage sein könnten, zunächst einmal hoch anzureichern und dann auch in Richtung einer Bombe zu gehen. Wir müssen fest davon ausgehen, dass das auch das saudische Kalkül ist.” Was die aktuelle Lage im Konflikt mit dem Iran angeht, so sieht der Islamwissenschaftler für Trump derzeit keinen Ausweg: “Mein Eindruck ist, ... dass die US-Regierung überhaupt nicht weiß, wie sie aus dieser Sache wieder rauskommt. Sie will diesen Krieg beenden, aber sie will natürlich gleichzeitig nicht, dass die Iraner zum neuen Hegemon am Persischen Golf werden.” So erklärt sich Guido Steinberg auch Trumps “Schlingerkurs” in Nahost. Auf der anderen Seite finde die Eskalation der letzten Tage noch “mit angezogener Handbremse” statt, so dass eine Rückkehr zu Gesprächen nicht völlig ausgeschlossen sei, so der Experte von der Stiftung Wissenschaft und Politik (swp). Für bedrohlich hält Steinberg die jüngste Einmischung der Iran-freundlichen Houthi-Milizen. Die Europäer hingegen seien am Golf “vollkommen ausgeschaltet”. In der Ukraine ist die innenpolitische Krise noch nicht entschärft Und das, obwohl Präsident Selenskyj nach der Entlassung von Verteidigungsminister Fedorow nun auch Armeechef Syrski ersetzt hat. Dessen Nachfolger, Drapatyj, gilt als Reformer, erklärt Astrid Corall. Eine seiner Aufgaben: neue Soldaten zu rekrutieren. Die russischen Angriffe auf ukrainische Städte gehen weiter, gleichzeitig nimmt die Ukraine derzeit vermehrt Logistikeinrichtungen in Russland wie Lager des größten russischen Versandhändlers in den Fokus. Astrid berichtet auch über Gespräche der USA mit der Ukraine auf der einen und Russland auf der anderen Seite. Wegen des Iran-Krieges waren die in den Hintergrund gerückt. Nächste Woche könnte es sogar ein direktes Treffen zwischen US-Präsident Trump und Ukraines Präsident Selenskyj in Wahsington geben. Trotz diplomatischer Bemühungen ist man aber von einem Ende des Krieges nach wie vor weit entfernt. Lob und Kritik, alles bitte per Mail an streitkraefte@ndr.de weitere Informationen Interview mit Guido Steinberg https://www.ndr.de/audio-3377646.html USA setzten laut CENTCOM B1-Bomber bei Iran-Angriffen ein https://www.juedische-allgemeine.de/politik/usa-setzen-ueber-iran-b-1-bomber-ein/ Ukraine bekommt neuen Armeechef https://www.youtube.com/watch?v=q67Ugc9GG1Y Alle Folgen von “Streitkräfte und Strategien” https://www.ndr.de/podcast2998.html

Selenskyj feuert Russland-Bändiger Fedorow (mit Frank Sauer) 17 Jul 2026

Dass Menschen für einen Minister auf die Straße gehen, ist auch in der Ukraine nicht gerade alltäglich. Für den bisherigen Verteidigungsminister Mykhailo Fedorow aber tun sie es gerade. Der 35-Jährige ist von Präsident Selenskyj im Rahmen einer Kabinettsumbildung entlassen worden – vor dem Hintergrund eines Konflikts zwischen ihm und dem Armeechef. Kai Küstner und Peter Hornung sprechen über Fedorows Entlassung und was sie für die Ukraine und den Krieg bedeutet. Wie die Ukraine militärisch dasteht, bespricht Kai mit dem Sicherheitsexperten Frank Sauer von der Bundeswehr Uni in München. Aus seiner Sicht ist die Ukraine aktuell “in der Vorderhand” - was auch auf Fedorow zurückzuführen sei. Die zahlreichen Zusagen europäischer Staaten und der USA in den letzten Tagen an die Ukraine sortieren Kai und Frank Sauer: So hat US-Präsident Trump der Ukraine in Aussicht gestellt, die Lizenz zur Produktion von Patriot-Raketen zu erteilen. Allerdings sieht der Politikwissenschaftler in diesem Zusammenhang noch viele Fragen unbeantwortet. Das angekündigte Freyja Raketenabwehrsystem, das mehrere europäische Staaten mit der Ukraine produzieren wollen, nennt der Sicherheitsexperte extrem wichtig. Die Lieferung von Taurus-Marschflugkörpern sei dagegen kein Thema mehr, die Ukraine habe sich selbst geholfen. Die politische Strategie, die ukrainische Hilfe zur Selbsthilfe zu unterstützen, sei “viel, viel besser für alle Beteiligten, insbesondere aber für die Ukraine, als ihnen immer in so homöopathischen Dosen irgendwelche Einzelsysteme rüberzuschieben.“ Der Politikwissenschaftler mahnt, dass auch die Europäer noch viele Fragen, wie sie Russland wirksam abschrecken wollen, bislang unbeantwortet ließen. Neben der Ukraine berichtet Peter Hornung auch über die aktuellen Entwicklungen im Krieg im Nahen Osten und über den US-Verteidigungsminister Pete Hegseth, der nun testen lassen will, wie viel Testosteron die Soldaten in ihren Körpern haben. Lob und Kritik, alles bitte per Mail an streitkraefte@ndr.de Interview mit Frank Sauer: https://www.ndr.de/nachrichten/info/audio-3364368.html Alle Folgen von “Streitkräfte und Strategien” https://www.ndr.de/nachrichten/info/podcast2998.html Feiert Selenskij den Erfolg im Krieg gegen Russland? https://www.tagesschau.de/ausland/europa/ukraine-fedorow-ruecktritt-100.html Haben die USA den Iran-Krieg verloren? https://www.youtube.com/watch?v=ewEaC5m71Qk Podcast-Tipp: Organisiertes Verbrechen – Kokain ohne Ende: https://www.ardsounds.de/episode/urn:ard:episode:c8d3a0e2344ef189/

Wie Europa Putins Raketenterror stoppen will (mit Thomas Schiller) 14 Jul 2026

In Frankreich hat sich die sogenannte Koalition der Willigen mit Ukraines Präsident Selenskyj getroffen. Und ein weiteres Bündnis geschmiedet, das die ukrainische und europäische Raketenabwehr stärken soll. Hat doch die Ukraine derzeit kaum Mittel, russische Angriffe mit ballistischen Raketen abzufangen. Astrid Corall erklärt, was genau sich hinter der neuen Koalition verbirgt. Außerdem berichtet sie über weitere Ergebnisse des Pariser Treffens, über die aktuelle Lage an der Front und wie die Ukraine mit gezielten Angriffen auf russische Schiffe im Asowschen Meer versucht, die Versorgung des russischen Militärs auf der Krim zu stören. Der Konflikt zwischen dem Iran und den USA ist wieder voll entflammt, es gibt gegenseitige Angriffe. US-Präsident Trump hat angekündigt, die Seeblockade gegen Schiffe, die iranische Häfen ansteuern oder verlassen, wieder aufzunehmen. Mehr noch: er will für die Fahrt durch die Straße von Hormus Geld verlangen. Was nicht nur im Iran auf deutliche Kritik stößt. Im Schwerpunkt dieser Ausgabe spricht Kai Küstner mit dem Analysten und Afrika-Kenner Thomas Schiller über fehlende globale Strategien Europas sowie über Krisen und Kriege von Mali über den Sudan bis hin zu Dschibuti, wo derzeit zwei deutsche Marine-Schiffe auf einen möglichen Einsatz im Persischen Golf warten. Was den Nachbarkontinent angeht, sei das ein strategisches Versagen, sagt Schiller, der lange in Mali gelebt hat. Russland etwa nutzt seit Jahren das Machtvakuum in der Sahel-Region, das durch den Rückzug westlicher Truppen entstanden ist. Europa müsse jenseits der Ukraine eine belastbare Strategie entwickeln und sich - gerade in Afrika - nicht immer nur punktuell engagieren. Lob und Kritik, alles bitte per Mail an streitkraefte@ndr.de Interview mit Sicherheitsexperte Thomas Schiller https://www.ndr.de/nachrichten/info/audio-3357556.html Europäisches Bündnis zur Abwehr russischer Raketen https://www.tagesschau.de/ausland/europa/ukraine-buendnisraketenabwehr-europa-100.html Alle Folgen von "Streitkräfte und Strategien" https://www.ndr.de/nachrichten/info/podcast2998.html Podcast-Tipp: "0630 - der News Podcast" https://1.ard.de/0630_News-Podcast?pt=sus

Zu viel Geld für Aufrüstung? (mit Andreas Schwarz und Andreas Mattfeldt) 10 Jul 2026

Knapp 125 Milliarden Euro gibt Deutschland in diesem Jahr für Verteidigung aus. Über diese Ausgaben, ihre Arbeit und über Freundschaft in der Politik spricht Host Anna Engelke in dieser Folge von Streitkräfte und Strategien mit den Haushältern der schwarz-roten Koalition, Andreas Mattfeldt von der CDU und Andreas Schwarz von der SPD. Sie beschäftigen sich mit allen Beschaffungsvorlagen, die einen Wert von mehr als 25 Millionen Euro haben. "Wir müssen darauf schauen, dass das Geld wirklich so ausgegeben wird, dass die Soldatinnen und Soldaten das beste Gerät und der Steuerzahler es zum besten Preis bekommt," sagt Andreas Mattfeldt. Um die Geschwindigkeit bei der Beschaffung zu erhöhen, betont SPD-Politiker Andreas Schwarz, müsse man immer wieder darauf hinwirken, dass "wir weg müssen von der Goldrandlösung". Die beiden Bundestagsabgeordneten äußern sich zu den Schulden, die Deutschland für Investitionen in die Verteidigung macht und die Akzeptanz in der Bevölkerung. Die Verteidigungsausgaben spielten auch beim NATO-Gipfel in Ankara eine Rolle. Anna Engelke und Kai Küstner schildern in dieser Ausgabe ihre Eindrücke von dem Treffen. Dort zeigte US-Präsident Trump an zwei Tagen zwei völlig unterschiedliche Gesichter: Zunächst stellte Trump wütend klar, wie enttäuscht er von den europäischen Bündnispartnern ist, auch das Thema Grönland ist für ihn nicht erledigt. Am zweiten Gipfeltag jedoch soll er hinter verschlossenen Türen einzelne Länder - auch Deutschland - gelobt haben, zum Abschluss sprach er davon, dass "Liebe im Raum" gewesen sei. Außerdem gab es zwei wichtige Ankündigungen: Der Ukraine hat Trump erlaubt, Patriot-Flugabwehr-Raketen herzustellen, sie soll eine entsprechende US-Lizenz bekommen. Allerdings sind noch viele Fragen offen. Und zweitens soll die Bundesregierung in den USA Tomahawk-Marschflugkörper einkaufen können. Kai fasst außerdem die Lagen in der Ukraine und im Nahen Osten zusammen, wo die Gefahr besteht, dass der Krieg zwischen den USA und Iran erneut eskaliert. Lob und Kritik, alles bitte per Mail an streitkraefte@ndr.de Interview mit den Abgeordneten Andreas Schwarz und Andreas Mattfeldt https://www.ndr.de/nachrichten/info/audio-3350520.html USA sagt Deutschland Verkauf von Tomahawk-Marschflugkörpern zu https://www.tagesschau.de/inland/innenpolitik/tomahawks-verteidigung-usa-100.html Alle Folgen von "Streitkräfte und Strategien" https://www.ndr.de/nachrichten/info/podcast2998.html Podcast-Tipp: Wem gehört Wacken? Metal, Mythos, Millionen https://www.ardsounds.de/sendung/urn:ard:show:c1fb81a4c16938cd/

Trump - Schreckgespenst von Ankara (mit Jana Puglierin) 07 Jul 2026

Mit Spannung blicken viele in diesen Tagen nach Ankara. Die große Frage beim NATO-Gipfel ist, wie sich der US-Präsident verhält. „Wir sind nur in Trumps Hand“, sagt Jana Puglierin. Die Sicherheitsexpertin und Leiterin des Berliner Büros der Denkfabrik European Council on Foreign Relations schätzt im Gespräch mit Host Stefan Niemann ein, wie es heute um die NATO steht. Sie beleuchtet die Rolle von NATO-Generalsekretär Rutte, der mit dem Umschmeicheln von Trump die Allianz zu retten versucht. Außerdem erklärt sie, was die Europäer seit dem Gipfel im vergangenen Jahr bereits erreicht bzw. welche Probleme sie nach wie vor haben. Die Sicherheitsexpertin verweist auf die Druckmittel, die die Europäer mit Blick auf die USA durchaus haben. „In gewisser Weise würde ich tatsächlich vorschlagen, dass wir im Umgang mit der Trump- Administration anfangen, Trump mit seinen eigenen Methoden zu konfrontieren.“ Puglierin empfiehlt den Europäern sich nicht spalten zu lassen und Einigkeit gegenüber dem US-Präsidenten zu demonstrieren. Mit welchen Erwartungen Friedrich Merz in die Türkei fährt, berichtet Anna Engelke, die den Bundeskanzler begleitet. Der hofft, bei diesem NATO-Gipfel „einen Geist von Ankara zu wecken“. Vor Ort trifft Merz auch auf den ukrainischen Präsidenten Selenskyj. Sein Land sieht sich derzeit neuem russischen Terror aus der Luft ausgesetzt. Wie häufig vor großen internationalen Treffen versucht Machthaber Putin damit ein Signal der Stärke auszusenden, sagt Kai Küstner. Er erklärt, dass die Ukraine derzeit vor allem mit der Abwehr ballistischer Raketen überfordert ist, da es an Munition für die US-amerikanischen Patriot-Systeme fehlt. Keine einzige der in der Nacht zum Montag auf die Ukraine abgefeuerten 29 ballistischen Raketen konnte abgefangen werden. Selenskyj dürfte die Dringlichkeit der Lieferung von Flugabwehrraketen daher beim Gipfel noch einmal unterstreichen, auch in Deutschland wird darüber diskutiert. Kai berichtet auch über die Lage an der Front, in der besonders die Stadt Kostjantyniwka weiterhin umkämpft ist. Und er blickt auf einen möglichen 20-Milliarden-Euro-Deal, von dem Deutschland und besonders Mecklenburg-Vorpommern profitieren könnten. Beabsichtigt doch Kanada vom deutschen Hersteller TKMS u.a. in Wismar und Kiel produzierte U-Boote zu kaufen. Lob und Kritik, alles bitte per Mail an streitkraefte@ndr.de Interview mit Jana Puglierin: https://www.ndr.de/nachrichten/info/audio-3343912.html Der deutsch-kanadisch-norwegische U-Boot-Deal: https://www.tagesschau.de/wirtschaft/u-boot-deal-kanada-deutschland-100.html Alle Folgen von “Streitkräfte und Strategien”: https://www.ndr.de/nachrichten/info/podcast2998.html

Putins Krieg gegen Wohnhäuser (mit Marco Seliger) 03 Jul 2026

Es war einer der heftigsten Angriffe des gesamten Krieges: In der Nacht auf Donnerstag hatte Russland mit 500 Drohnen und Dutzenden Raketen und Marschflugkörpern ukrainische Städte angegriffen. Sie töteten mindestens 30 Menschen und verletzten nach Behördenangaben zahlreiche weitere. Vor allem in Kiew und Umgebung. Darüber sprechen Anna Engelke und Stefan Niemann in dieser Folge des NDR Info Podcasts "Streitkräfte und Strategien". Sie werfen auch einen genaueren Blick auf die Situation auf der Krim. In den vergangenen Wochen gab es dort verstärkt ukrainische Luftschläge mit Langstreckendrohnen - koordinierte Angriffe auf Versorgungswege des Aggressors. Das mutmaßliche Ziel: die Russen von ihrem militärischen Nachschub der Russen abzuschneiden, um dann deren Stellungen, Raketenabschuss-Einheiten, Munitions- und Waffenlager gezielt zu bekämpfen. Mit dem Journalisten und Litauen-Kenner Marco Seliger von der "Neuen Zürcher Zeitung" spricht Anna Engelke über den Staat im Baltikum und wie er mit der Bedrohung durch den großen Nachbarn Russland umgeht. Litauen bereite sich auf einen möglichen Angriff vor, sagt Seliger, unter anderem durch einen gemeinsamen "Drohnenwall" nach dem Vorbild des israelischen "Iron Dome", den es zusammen mit Estland errichten will. Lob und Kritik, alles bitte per Mail an streitkraefte@ndr.de Bundeswehr baut Brigade in Litauen auf https://www.tagesschau.de/ausland/europa/bundeswehr-brigade-litauen-100.html Podcast-Tipp: Tatort Geschichte - True Crime meets History “Der Tod Escobars” https://www.ardsounds.de/episode/urn:ard:episode:a364c07b950fc139/ Alle Folgen von "Streitkräfte und Strategien" https://www.ndr.de/nachrichten/info/podcast2998.html

Flamingo überfordert Putins Flugabwehr (mit Julia Weigelt) 30 Jun 2026

Wenn selbst Russlands Präsident Putin vor laufenden Kameras einräumen muss, dass es in seinem Land Probleme mit der Treibstoffversorgung gibt, dann sieht man: Die Angriffe der Ukrainer gegen russische Ölraffinerien und Treibstofflager sind erfolgreich und führen dazu, dass die Russen den Krieg auch im Alltag zu spüren bekommen. Und der ukrainische Marschflugkörper "Flamingo" trifft inzwischen Ziele tief im russischen Hinterland. Darüber sprechen Kai Küstner und Stefan Niemann in der aktuellen Ausgabe des NDR Info Podcasts "Streitkräfte und Strategien". Doch auch wenn immer wieder vom "Momentum" die Rede ist, das gerade auf Seiten der Ukraine sei, gibt es Rückschläge. So rücken die Russen gerade in Kostjantyniwka vor, einer strategisch wichtigen Stadt im Osten der Ukraine. Der Druck auf die Versorgungswege der ukrainischen Truppen in dieser Region steigt. Mit der Journalistin Julia Weigelt sprich Kai Küstner über Internet-Shutdowns, also das gezielte Abschalten des Internets durch staatliche Stellen - ein beliebtes Werkzeug, mit dem autoritäre Herrscher die Schrauben in ihrem Machtapparat fester drehen. Zum Beispiel im Iran, wo das islamistische Regime Proteste im Keim zu ersticken suchte. Oder in Russland, wo der Kreml Facebook und Instagram als "extremistisch" einstufen ließ, WhatsApp sperrte und den Messenger Telegram drosselte. Aber auch anderswo werden Verbindungen gezielt gekappt. Lob und Kritik, alles bitte per Mail an streitkraefte@ndr.de Weitere Informationen: Überblick weltweite Internet-Shutdowns https://www.accessnow.org/campaign/keepiton/ oder: https://pulse.internetsociety.org/en/shutdowns/?country_code=&only_ongoing=on#form-search Analyse Bitkom zu Sabotage oder Black-Outs https://www.bitkom.org/Presse/Presseinformation/Ohne-Internet-steht-nach-einem-Tag-alles-still Podcast-Tipp: 11KM – der tagesschau-Podcast Weltraum-Macht Deutschland? Streit um Milliarden und Zuständigkeiten https://www.ardsounds.de/episode/urn:ard:episode:c9b13b1a440dd3f9/ Alle Folgen von “Streitkräfte und Strategien” https://www.ndr.de/nachrichten/info/podcast2998.html

Bundeswehr: Bereit für 'Fight Tonight'? (mit Christian Freuding) 26 Jun 2026

Der russische Angriffskrieg in der Ukraine trägt auch dazu bei, dass sich die Bundeswehr verändert. In dieser Folge von Streitkräfte und Strategien sprechen Anna Engelke und Kai Küstner darüber exklusiv mit Heeresinspekteur Christian Freuding. So sei es wichtig, dass jeder Soldat in der Lage sein müsse, “grundlegend Drohnen-Kampf zu verstehen, aber mindestens sich zu verteidigen.” Wenn man die Bundeswehr nun fit mache für die neuen Herausforderungen, dürfe man aber nicht die Fehler der Vergangenheit wiederholen - dass nämlich überzogene Ansprüche an die Ausstattung gestellt werden. Es komme vor allem darauf an, “schnell Dinge zu bekommen, die vielleicht nicht 120% oder 150% leistungsfähig sind, sondern 80%.“ Denn man müsse die “Sorgen vor explodierenden Kosten ernst nehmen”. Was die aktuelle Lage in der Ukraine angeht, so stellt der Generalleutnant fest, dass “das Momentum in Richtung der Ukraine kippt”. In der aktuellen Lage geht es um einen Paukenschlag, der diese Woche aus dem Bundesverteidigungsministerium kam. Minister Pistorius hat bei einem der größten Beschaffungsprojekte der Marine seit Jahrzehnten die Notbremse gezogen - bei der Fregatte F126. Die Kosten und die Verzögerungen bei der Lieferung waren aus dem Ruder gelaufen, der niederländische Hersteller schien überfordert zu sein. Derweil sind das Minenjagdboot Fulda und der Tender Mosel im ostafrikanischen Dschibuti angekommen. Werden dort allerdings auf einen möglichen Einsatz an der Straße von Hormus wohl noch länger warten müssen: Ein Bundestagsbeschluss für eine Marine-Mission ist vorerst nicht in Sicht. Lob und Kritik, alles bitte per Mail an streitkraefte@ndr.de Interview mit Heeresinspekteur Christian Freuding: https://www.ndr.de/nachrichten/info/audio-3323590.html Aus für die Fregatte F126 https://www.tagesschau.de/fregatte-ausstieg-pistorius-100.html Interview mit Boris Pistorius im ARD “Bericht aus Berlin” - u.a. zur Litauen-Brigade: https://www.ardmediathek.de/video/Y3JpZDovL2FyZC5kZS9wbGFuQVJEX2I5NDkxZDY2LTZlZDItNDZjOS05OGZkLTc5ZDcwNTM1M2M3NV9nYW56ZVNlbmR1bmc Alle Folgen von “Streitkräfte und Strategien” https://www.ndr.de/nachrichten/info/podcast2998.html Podcast-Tipp: Peter Hornung über Deutschlands Taliban-Deal https://1.ard.de/die_entscheidung_taliban_aktuell

Kippt die Stimmung in Putins Russland? (mit Sabine Adler) 23 Jun 2026

Auch die Menschen in Russland bekommen die Auswirkungen des Angriffskrieges gegen die Ukraine immer deutlicher zu spüren. Wegen ukrainischer Gegenattacken auf die russische Energieinfrastruktur sind die Menschen verunsichert, außerdem wird das Benzin knapp, wie Sabine Adler im Gespräch mit Host Stefan Niemann berichtet. Die Journalistin des Deutschlandfunks und renommierte Russland-Kennerin erklärt, wie die Menschen darauf reagieren. Sie würden sich weiterhin nicht trauen, gegen Machthaber Putin zu demonstrieren, Angst und Einschüchterung seien massiv. Sabine Adler beschreibt auch, wie die russische Bevölkerung auf die in der Ukraine kämpfenden Soldaten blickt, warum Putin Schwierigkeiten hat, neue zu mobilisieren und wie sich der Krieg gegen die Ukraine in der Wirtschaft bemerkbar macht. Außerdem blicken Stefan und Sabine Adler auf Belarus, den engsten Verbündeten Russlands. Die Journalistin ordnet ein, wie eine Entschuldigung von Präsident Lukaschenko an die Adresse der Ukraine zu bewerten ist. Man dürfe auf solche Sätze nicht reinfallen, warnt Adler. Ein von der Ukraine in diesen Tagen erwarteter russischer Großangriff ist zunächst ausgeblieben, berichtet Peter Hornung in der Lage. Dafür habe die ukrainische Armee erneut militärische Erfolge zu verzeichnen. Neben dem Krieg gegen die Ukraine schaut er auch auf die Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran. In einem Schweizer Luxusressort hoch über dem Vierwaldstättersee haben sich die beiden Länder auf einen Fahrplan zum Frieden verständigt. In den nächsten 60 Tagen sollen die Voraussetzungen für ein Friedensabkommen geschaffen werden. Doch schon gibt es Zweifel, wie weit diese Verständigung überhaupt geht - in der Frage, ob der Iran die Straße von Hormus künftig kontrollieren darf und was aus seinem Atomprogramm wird. Einig scheint man sich zu sein, was den Libanon angeht. Die Einigung ginge allerdings zu Lasten Israels. Dieser neuerliche Nahost-Friedensprozess hat also noch viele Fragezeichen. Lob und Kritik, alles bitte per Mail an streitkraefte@ndr.de weitere Informationen: Ukrainische Angriffe auf Krim https://www.tagesschau.de/ausland/europa/ukraine-angriffe-krim-102.html Buch von Sabine Adler https://www.ndr.de/kultur/buch/sachbuchpreis/russland1696.html Alle Folgen von "Streitkräfte und Strategien" https://www.ndr.de/nachrichten/info/podcast2998.html Podcast-Tipp: 11KM - der tagesschau-Podcast “Rücktritt von Keir Starmer: Was ist los, Großbritannien?” https://1.ard.de/11KM_Starmer_Ruecktritt

Iran vs USA - 14:0 am Verhandlungstisch? (mit Steffen Lange) 19 Jun 2026

Es sind 14 Punkte, die den Frieden bringen sollen - die Absichtserklärung, die US-Präsident Donald Trump im Schloss von Versailles unterzeichnet hat. Doch besiegelt dieses Papier, das Trump als Erfolg verkaufen will, nicht in Wirklichkeit seine Niederlage und Teherans Triumph? Darüber spricht Stefan Niemann mit der deutsch-iranischen Journalistin und Menschenrechtsaktivistin Daniela Sepehri. Sie ist der Ansicht, die US-Regierung habe mit dem 14-Punkte-Papier das Mullah-Regime gestärkt, nicht geschwächt. "Der größten Verlierer sind die Menschen im Iran, die zurückbleiben mit einem Regime, das nach wie vor exakt dasselbe ist wie vorher, nur noch mehr radikalisiert", so Sepehri. Wenn Trump von "milden Mullahs" spreche, sei das falsch. Der Repressionsapparat im Iran sei weiterhin intakt, die zentralen Schlüsselfiguren nach wie vor dieselben. Auch die Rolle Deutschlands und Europas in einem Friedensprozess ist Thema in dieser Ausgabe von "Streitkräfte und Strategien". Am Donnerstag haben der Tender Mosel und das Minenjagdboot Fulda den Suez-Kanal passiert - auf dem Weg zu einem möglichen Minenräumeinsatz in der Straße von Hormus. Darüber spricht Kai Küstner mit dem Chef der Marine-Schifffahrtleitung der Bundeswehr in Hamburg. Fregattenkapitän Steffen Lange weist aber auch darauf hin, dass der Einsatz zu großer Anteile der deutschen Marine eine Lücke in Nord- und Ostsee reißen könnte, wo es NATO-Verpflichtungen gibt. Ohnehin stehen Deutsche und Europäer auch an anderer Stelle unter Druck. Denn US-Verteidigungsminister Pete Hegseth griff die europäischen Partner in Brüssel in scharfen Worten an und warf einigen von ihnen vor, die USA beim Krieg mit dem Iran im Stich gelassen zu haben. Hegseth kündigte an, in den nächsten sechs Monaten die US-Truppenpräsenz in Europa zu überprüfen - mit dem Ziel, womöglich noch mehr Einheiten abzuziehen. Lob und Kritik, alles bitte per Mail an streitkraefte@ndr.de weitere Informationen: Wichtige Rolle - das Marineschifffahrtkommando und die Straße von Hormus https://www.tagesschau.de/inland/deutsche-marine-ostsee-hormus-100.html Hegseth kündigt Überprüfung US-Präsenz in Europa an https://www.cnbc.com/2026/06/18/hegseth-nato-defense-review-fail-europe.html Neuestes Buch über den Iran von Daniela Sepehri https://www.penguin.de/buecher/daniela-sepehri-wenn-ihr-wegseht-werden-wir-getoetet/paperback/9783328605317 Podcast-Tipp: NS-Cliquen: von Menschen und Mördern https://1.ard.de/ns-cliquen-S3?pc=ndri Alle Folgen von "Streitkräfte und Strategien" https://www.ndr.de/nachrichten/info/podcast2998.html

Die Ostsee im Schatten der Flotten (mit Moritz Brake) 16 Jun 2026

Die Hosts von Streitkräfte und Strategien, Stefan Niemann und Kai Küstner, zeichnen den Podcast diesmal im historischen Zeughaus in Wismar auf. Dort informieren sie das Publikum über die Einigung zwischen den USA und dem Iran auf ein Rahmenabkommen, das am Freitag besiegelt werden soll. „Alles, was wir hier maximal bekommen, ist eine Atempause“, meint Moritz Brake, der in dieser Ausgabe zu Gast ist. Der Senior Fellow bei CASSIS, einem strategischen Thinktank der Universität Bonn, und Reserve-Offizier der deutschen Marine spricht über mögliche Minen in der Straße von Hormus, außerdem über die Bedrohungslage für Handelsschiffe insgesamt und die maritime Sicherheit im Ostseeraum. Kai und Stefan blicken wie gewohnt auch auf den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine. Das Land sah sich am Wochenende erneut massiven Luftangriffen ausgesetzt, die auch vor einem historischen Kloster nicht Halt machten, das zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört. Moritz Brake erläutert, welche Rolle in diesem Krieg die Marine und Seedrohnen spielen. Mit den Hosts spricht er über die Nord Stream Pipelines, durch die Gas aus Russland nach Deutschland fließen sollte und die im September 2022 an mehrere Stellen gesprengt wurden, sowie über die russische Schattenflotte. Brake schätzt den Zustand und die Leistungsfähigkeit der deutschen Marine ein. Vor dem Hintergrund fehlenden Personals plädiert der Experte für die Wehrpflicht, auch um ein klares Signal an die Bevölkerung zu senden, dass die Zeiten andere seien als früher. „Der Frieden kommt so schnell nicht zurück,“ so seine Einschätzung. Lob und Kritik, alles bitte per Mail an streitkraefte@ndr.de US-Iran-Einigung - Trump versucht, das Abkommen als Sieg zu verkaufen https://www.tagesschau.de/ausland/asien/iran-usa-abkommen-adebahr-100.html Alle Folgen von "Streitkräfte und Strategien" https://www.ndr.de/nachrichten/info/podcast2998.html Podcast-Tipp: 2029, so rechnen Experten, könnte Russland ein NATO-Mitglied angreifen. Um vorbereitet zu sein, stärkt Deutschland die zivile Verteidigung - auch in Mecklenburg-Vorpommern "MV IM FOKUS - Rette sich wer kann? Zivile Verteidigung im MV-Check" https://www.ardsounds.de/episode/urn:ard:episode:cd37757bfa589e68/

Welche Zukunft hat der Kampfjet? (mit Christian Mölling) 12 Jun 2026

Die Bundeswehr und Deutschlands Rüstungsunternehmen präsentieren sich auf der Internationalen Luft- und Raumfahrtausstellung in Berlin betont selbstbewusst. Nach dem dramatisch gescheiterten deutsch-französischen Kampfjet-Projekt FCAS signalisiert eine Allianz von deutschen Rüstungsbetrieben, bei der Entwicklung und Produktion einspringen zu können. Auch andere Partner bieten sich an. Stefan Niemann diskutiert die Aussichten für einen europäischen Kampfjet mit dem Sicherheits- und Rüstungsexperten Christian Mölling. Der Direktor des Thinktanks European Defence in a New Age ist vorsichtig optimistisch, dass sich bedeutende Teile des Projekts, wie die Entwicklung einer Combat Cloud, retten lassen. Europa habe nach wie vor das gemeinsame Interesse, die waffentechnologische Abhängigkeit von den USA zu verringern. Mölling ist überzeugt, moderne Kampfjets werden auch im Drohnenzeitalter zentrale Bedeutung behalten. Ein weiteres Thema ist das Bemühen der EU-Staaten, bei der Beschaffung von Waffen und Munition effektiver zusammenzuarbeiten. Hier sieht Mölling noch reichlich Verbesserungspotential. Nach einer Woche der Drohungen und Angriffe nähern sich die USA und Iran möglicherweise an. US-Präsident Trump hat mal wieder Hoffnungen auf ein Abkommen geweckt, Teheran hat diesmal Fortschritte bestätigt. Astrid Corall berichtet über den Stand und blickt auch auf die Ukraine. Deren Truppen versuchen die Verbindungen zur von Russland annektierten Halbinsel Krim zu stören – offenbar mit Erfolg. Auf der anderen Seite muss die Ukraine den Verlust der Stadt Kostjantinivka fürchten, die sich auf mehreren Seiten russischen Truppen gegenübersieht. Eine aktuelle Studie des Kieler Instituts für Weltwirtschaft belegt, dass die russische Wirtschaft unter dem Krieg zunehmend leidet.

Putins Nein zu Verhandlungen (mit Wilfried Jilge) 09 Jun 2026

“Macht keinen Sinn” - so knapp und barsch wies Russlands Präsident Putin das Verhandlungsangebot des ukrainischen Präsident Selenskyj zurück, das der zuvor in einem offenen Brief gemacht hatte. Ein Waffenstillstand ist im Angriffskrieg Russlands gegen die Ukraine weiterhin nicht in Sicht – auch wenn die Russen weiter unter Druck geraten. In der besetzten Ostukraine und auf der Krim geht ihnen der Sprit aus und ukrainische Drohnenangriffe drohen die Landverbindungen der Krim und damit deren Versorgung zu unterbrechen. Host Kai Küstner spricht darüber mit Wilfried Jilge von der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik. “Ich gehe davon aus, dass Putin zunächst weiter eskaliert”, sagt der Ukraine- und Osteuropa-Experte im Interview. Putin werde erst ernsthaft verhandeln, wenn er keinen Zentimeter mehr vorankomme. Womit aus Sicht Jilges auch klar ist, dass die Europäer die Ukraine stärker unterstützen und eigene Lücken schließen müssen. Eine schlechte Nachricht für den Westen Europas kommt aus Berlin und Paris: Das gemeinsame Rüstungsprojekt FCAS ist Geschichte – und damit die Entwicklung eines neuen Kampfjets. Dieses Scheitern analysiert Streitkräfte- und Strategien-”Neuzugang" Peter Hornung. Der bisherige ARD-Südasien-Korrespondent kennt sich mit Krisen (Afghanistan, Indien, Pakistan) sowie Osteuropa bestens aus. Für Peter ist das FCAS-Scheitern ein Aus mit Ansage: Die beteiligten Firmen Dassault und Airbus stritten sich schon lange über Zuständigkeiten, und auch von den Regierungen angestoßene Vermittlungsversuche blieben erfolglos. Was ein Symbol für enge Zusammenarbeit in der Rüstungsindustrie sein sollte, ist jetzt ein Symbol der Uneinigkeit der Europäer. Zwar wird versucht, Teile des Projektes zu retten. Den europäischen Kampfjet aber wird es nun nicht geben und so werden die Europäer wohl wieder bei den Amerikanern kaufen müssen. Lob und Kritik, alles bitte per Mail an streitkraefte@ndr.de Interview mit Wilfried Jilge: https://www.ndr.de/nachrichten/info/audio-3289432.html Putins Ablehnung des Selenskij-Briefs: https://edition.cnn.com/2026/06/04/europe/zelensky-putin-meeting-intl-latam Alle Folgen von “Streitkräfte und Strategien”: https://www.ndr.de/nachrichten/info/podcast2998.html Link zu Stabile Zeitenlage https://1.ard.de/StabileZeitenlage_Weltall?p=awmr

Brief an Putin (mit Julian Röpcke) 05 Jun 2026

Während Russlands Machthaber Putin internationale Gäste zu einem Wirtschaftsforum in Sankt Petersburg empfängt, greift die Ukraine in Putins Heimatstadt ein Öldepot und militärische Einrichtungen an. Solche Angriffe zu diesem Anlass hat Julian Röpcke nicht erwartet. Der Journalist der Bild-Zeitung spricht mit Host Anna Engelke über die russische Flugabwehr und über die militärische Lage an der Front. Julian Röpcke war selbst häufig vor Ort und berichtet eindringlich, was er zum Beispiel in der Stadt Cherson erlebt hat. Die Menschen versuchen, mit dem Pflanzen von Bäumen russische Drohnen abzuhalten, wegen der häufigen Explosionen tragen Kinder Ohrschützer. Im Interview geht es auch um die systematischen Angriffe auf Zivilisten und z.B. die Energieinfrastruktur, mit denen Russland die Menschen mürbe machen will. Die Ukraine habe "eine unfassbare Resilienz gezeigt in den letzten Monaten", sagt Röpcke. Der Journalist rechnet nicht damit, dass Putin auf ein Angebot des ukrainischen Präsidenten eingeht. Der hatte in einem offenen Brief ein direktes Treffen vorgeschlagen, um den Krieg zu beenden. Kai Küstner erklärt, was Selenskyj mit dem Schreiben bezweckt. Unter anderem gehe es darum, Putin unter Zugzwang zu setzen sowie den USA und Donald Trump klarzumachen, dass der ukrainische Präsident den Frieden wirklich will. Außerdem schätzt Kai ein, wie (un)realistisch baldige Verhandlungen sind. Nicht nur in der Ukraine ist kein Ende des Krieges in Sicht, sondern auch im Nahen Osten. Die pro-iranische Terrormiliz Hisbollah ist nicht bereit, einer Waffenruhe mit Israel zuzustimmen. Daher ist es weiterhin fraglich, ob es zu einer Vereinbarung zwischen den USA und Iran kommt. Lob und Kritik, alles bitte per Mail an streitkraefte@ndr.de Interview mit Julian Röpcke https://www.ndr.de/nachrichten/info/audio-3282470.html Offener Brief von Selenskij an Putin https://www.president.gov.ua/en/news/vidkritij-list-prezidentu-rosijskoyi-federaciyi-vid-preziden-104769 Podcast-Tipp: Synapsen "Long Covid und ME/CFS bei Kinder" https://1.ard.de/Synapsen_LongCovid-Kinder Alle Folgen von "Streitkräfte und Strategien" https://www.ndr.de/nachrichten/info/podcast2998.html

Trumps Zwist mit Netanjahu (mit Cathryn Clüver Ashbrook) 02 Jun 2026

Israel geht gegen die pro-iranische Hisbollah-Miliz im Südlibanon vor. Regierungschef Netanjahu wollte die Offensive verstärken, offenbar auch die Hauptstadt Beirut angreifen. Das missfällt US-Präsident Trump, der Netanjahu in einem Telefonat beschimpft haben soll und mahnt, sich militärisch zurückzuhalten - schon damit der Iran nicht aus den Friedensverhandlungen aussteigt. "Es knirscht in dieser Männerfreundschaft", sagt Cathryn Clüver Ashbrook. Die Politikwissenschaftlerin und Buchautorin spricht im Schwerpunkt dieser Ausgabe mit Host Stefan Niemann über den Krieg im Iran und die US-amerikanische Außenpolitik. Ashbrook erläutert, unter welchem Druck Trump auch innenpolitisch steht und was der Krieg im Iran für die militärischen Lagerbestände der USA und für Waffenlieferungen an Verbündete bedeutet. Die Expertin für die transatlantischen Beziehungen analysiert den Umgang Donald Trumps mit der NATO und sie beschreibt, wie die amerikanische Bevölkerung auf die Ukraine blickt. Dort setzt Russland seine massiven Luftangriffe fort. Kai Küstner erklärt, dass die russische Armee offenbar eine sonst sehr sparsame verwendete Lenkwaffe eingesetzt hat, die Hyperschallrakete Zirkon. Es sei davon auszugehen, dass das russische Militär die Luftschläge noch ausweite, weil es an den Frontlinien wenig Bewegung gibt. Kai berichtet über eine engere militärische Zusammenarbeit zwischen Frankreich und Norwegen, die sich auch auf Atomwaffen erstrecken soll. Allerdings werden weder Norwegen noch andere europäische Staaten, die mit Frankreich reden (u.a. Deutschland) in absehbarer Zeit unter einen "französischen nuklearen Schutzschirm" schlüpfen können. Warum die Franzosen weit davon entfernt sind, die USA als nukleare Schutzmacht abzulösen, erläutert Kai genauer. Außerdem geht es in dieser Folge um das Gesetz zum neuen Wehrdienst. Die Diskussion darüber, ob sich junge Männer "abmelden" bzw. eine Genehmigung einholen müssen, wenn sie Deutschland für mehr als 3 Monate verlassen wollen, ist neu entbrannt. Lob und Kritik, alles bitte per Mail an streitkraefte@ndr.de Interview mit Cathryn Clüver Ashbrook https://www.ndr.de/nachrichten/info/audio-3275532.html Buch "Der amerikanische Weckruf" von Cathryn Clüver Ashbrook https://www.brandstaetterverlag.com/buch/der-amerikanische-weckruf/ Wie leer sind die US-Waffenarsenale? https://www.csis.org/analysis/rebuilding-us-missile-inventory-multiyear-project Warum nukleare Abschreckung ohne die USA so schwierig ist https://www.ardsounds.de/episode/urn:ard:episode:44a90ee7012aa6de/ Abmeldepflicht im neuen Wehrdienstgesetz sorgt weiter für Ärger https://www.tagesschau.de/inland/wehrpflicht-abmeldepflicht-gutachten-100.html Alle Folgen von "Streitkräfte und Strategien" https://www.ndr.de/nachrichten/info/podcast2998.html Podcast 11KM: Epstein-Akten - Die "Model-Masche" in Europa https://www.ardsounds.de/episode/urn:ard:episode:f509096cf59d0ed0/

Wie Russland uns angreifen könnte (mit Franz-Stefan Gady) 29 May 2026

Was passiert, wenn Russland die NATO angreifen würde und damit auch Deutschland? Und wie wahrscheinlich ist das überhaupt? Darüber spricht Host Kai Küstner mit dem Militäranalysten Franz-Stefan Gady. Der Österreicher hat ein Szenario entwickelt, das in den Jahren 2028 und 2029 spielt. Am Anfang steht eine lange Phase der hybriden Kriegsführung, also Sabotageaktionen, Desinformationskampagnen, Anschläge. Darauf folgt ein konventioneller Angriff Russlands auf Litauen. Schon bald könnte dann Deutschland, die Logistikdrehscheibe der NATO, im Visier der russischen Armee sein. Vorbereitet, so Gady, sei unser Land darauf nicht. Was die aktuelle Lage in der Ukraine angeht, so glaubt der Politikberater eher nicht an einen Waffenstillstand im Jahr 2026. Stefan Niemann berichtet vom Stand der Verhandlungen im Iran-Krieg. Im Gespräch ist eine Einigung darauf, die Waffenruhe um 60 Tage zu verlängern. Der Iran solle die Straße von Hormus wieder öffnen, aber vorher alle gelegten Seeminen beseitigen. Im Gegenzug gäben die USA ihre Blockade der iranischen Häfen auf. Außerdem erkläre der Iran, nicht nach einer Atombombe zu streben. Während der verlängerten Feuerpause würden beide Kriegsparteien in Nuklearverhandlungen einsteigen, heißt es. US-Präsident Trump habe sich nun einige Tage Zeit erbeten, um über eine Annahme der Absichtserklärung nachzudenken. Aus Teheran gibt es noch keine Reaktion. Der ukrainische Präsident fordert in den USA und Europa mehr Unterstützung für die Luftverteidigung seines Landes. Schweden wird neue Gripen-Kampfflugzeuge verkaufen und ältere Modelle spenden. Bei russischen Drohnenangriffe auf die Ukraine ist auch ein rumänisches Wohnhaus im Grenzgebiet getroffen worden, es gab Verletzte. Bukarest wirft Russland eine Eskalation des Krieges vor und hat die NATO informiert. Lob und Kritik, alles bitte per Mail an streitkraefte@ndr.de Interview mit Militäranalyst Franz-Stefan Gady https://www.ndr.de/nachrichten/info/audio-3270222.html Buchtipp: “Überfall - Wenn der Krieg zu uns kommt” von Franz-Stefan Gady https://www.styriabooks.at/shop/gesellschaft-geschichte/ueberfall/ Der “vergessene” Krieg in Gaza? https://www.tagesschau.de/ausland/asien/lebensmittel-preise-gaza-100.html Podcast-Tipp: “Nah dran” über die Grundausbildung bei der Bundeswehr https://www.ardsounds.de/sendung/urn:ard:show:dd79145ab6f346da/ Alle Folgen von "Streitkräfte und Strategien" https://www.ndr.de/nachrichten/info/podcast2998.html

Russlands Großangriff - Verzweiflung oder Verrohung? (mit Julia Weigelt) 26 May 2026

Am Wochenende hat Russland die Ukraine massiv angegriffen, vor allem auch die Hauptstadt Kiew. Ukraine-Korrespondent Florian Kellermann schildert im Gespräch mit Stefan Niemann, wie er den nächtlichen Großangriff erlebt hat. Er beschreibt, wie das massive Bombardement sein persönliches Sicherheitsgefühl verändert hat und wie die Menschen in Kiew der Bedrohung durch Russlands Militär trotzen. Dass die Zivilbevölkerung sich dem Terror aus der Luft beuge, sei kaum zu erwarten. Im Gespräch mit Stefan analysiert Kai Küstner die von Putin als Wunderwaffe gepriesene Oreschnik-Rakete, die nun zum dritten Mal in der Ukraine einschlug. Laut Putin fliegt sie mit 10facher Schallgeschwindigkeit und ist nicht abfangbar. Warum es daran Zweifel gibt, warum sich russische Militärblogger über die geringe Zerstörungskraft lustig machen und warum Europa und die NATO sich zwar gegen diese ballistische Rakete wappnen, sich aber nicht einschüchtern lassen sollten, vertieft Kai in dieser Ausgabe. Er schaut auch auf den Widerspruch zwischen neuen US-Angriffen im Iran und einer vermeintlich kurz bevorstehenden Einigung bei den Verhandlungen beider Seiten. Kai erklärt, dass es zunächst mal um ein Rahmenabkommen als Basis für weitere Gespräche geht. Eine Einigung ist auch deshalb so kompliziert, weil der Iran Sanktionserleichterungen will. US-Präsident Trump wird vermeiden wollen, dass ein möglicher "Deal" allzu sehr dem Atomabkommen von 2015 gleicht, das er in seiner ersten Amtszeit gekündigt hatte. Im Schwerpunkt dieser Ausgabe beleuchtet Stefan Niemann mit Julia Weigelt die sogenannte regelbasierte internationale Ordnung. Julia erklärt, dass diese auf dem Völkerrecht basiert, aber von verschiedenen Nationen unterschiedlich ausgelegt wird. Der Umgang mit dieser Ordnung habe sich in den vergangenen Jahren verändert. So hätten die USA zum Beispiel mit Blick auf den Krieg gegen Iran gar nicht versucht, diesen völkerrechtlich zu legitimieren. Julia beschreibt auch, welche Kritik Länder des globalen Südens am Konzept der regelbasierten Ordnung haben, wie China versucht, ein alternatives internationales Ordnungsmodell zu etablieren und welchen Weg es gibt, das bestehende System zu verbessern. Lob und Kritik, alles bitte per Mail an streitkraefte@ndr.de Alle Folgen von "Streitkräfte und Strategien" https://www.ndr.de/nachrichten/info/podcast2998.html Wunderwaffe "Oreschnik"? https://www.kyivpost.com/post/76801 Deutsche Außenpolitik und das Leitbild der "regelbasierten internationalen Ordnung" - Herausforderungen durch China, Russland und die USA (SWP) https://www.swp-berlin.org/publications/products/studien/2026S05_Regelbasierte_internationale_Ordnung.pdf 2030-Agenda der Vereinten Nationen mit 17 Nachhaltigkeitszielen https://www.bundesumweltministerium.de/themen/nachhaltigkeit/nachhaltigkeitsziele-sdgs

Deutschlands vernachlässigter Bevölkerungsschutz (mit Albrecht Broemme) 22 May 2026

Die Bundesregierung will den Bevölkerungsschutz in Deutschland neu aufstellen, modernisieren und stärker mit der Bundeswehr verzahnen. Dafür werden im Innenministerium eine Stabsstelle "Kommando Zivile Verteidigung" eingerichtet und bis Ende 2029 zehn Milliarden Euro bereitgestellt. Im Gespräch mit Stefan Niemann lobt der frühere Präsident des Technischen Hilfswerks, Albrecht Broemme, dies als "Schritt in die richtige Richtung", das Geld werde dringend gebraucht. Der Experte für Zivil- und Bevölkerungsschutz mahnt jedoch, die Politik müsse künftig mutiger sein und den Menschen mit Blick auf die aktuelle Bedrohungslage auch "unbequeme Wahrheiten zumuten", wie dies die Regierungen von Schweden und Finnland bereits tun. Die Bevölkerung müsse resilienter werden und sich auf einen Spannungs- oder Ernstfall vorbereiten - anstatt nur nach dem Staat zu rufen, meint Broemme. Die aktuellen weltweiten Entwicklungen fasst Astrid Corall zusammen. US-Außenminister Rubio sieht mit Blick auf die Iran-Verhandlungen leichte Fortschritte. Allerdings bleiben besonders strittige Punkte, wie der Umgang mit dem iranischen Atomprogramm, weiterhin ungelöst. Rubio hat am Freitag auch an einem Treffen der NATO-Außenminister in Schweden teilgenommen. Dabei ging es u.a. um die widersprüchlichen Signale aus Washington zu den Truppenverlegungen in Europa. Erst hatte es geheißen, man habe die Entsendung von 4.000 Soldaten nach Polen gestoppt. Dann verkündete US-Präsident Trump, 5.000 zusätzliche Soldaten in das Land schicken zu wollen. Auch europäische Außenminister nannten das "verwirrend". Die Ukraine könnte in der EU einen Sonderstatus als assoziiertes Mitglied bekommen. Das schwebt zumindest Bundeskanzler Merz vor. Was dahinter steckt, erklärt Astrid. Sie blickt außerdem auf die aktuelle Entwicklung in der Ukraine, auf die zunehmenden Spannungen zwischen Russland und den baltischen Staaten sowie auf das Treffen des russischen Machthabers Putin mit dem chinesischen Präsidenten Xi. Lob und Kritik, alles bitte per Mail an streitkraefte@ndr.de Interview mit Albrecht Broemme, Experte für Zivil- und Katastrophenschutz https://www.ndr.de/nachrichten/info/audio-3264016.html Buch von Albrecht Broemme: https://www.m-vg.de/riva/shop/article/25268-deutschland-in-der-krise/ NATO-Außenministertreffen in Schweden https://www.tagesschau.de/ausland/europa/nato-eu-aussenminister-treffen-schweden-100.html USA wollen 5.000 Soldaten nach Polen entsenden https://www.tagesschau.de/ausland/amerika/trump-soldaten-polen-100.html USA ziehen 5.000 Soldaten aus Deutschland ab https://www.tagesschau.de/ausland/amerika/usa-truppenabzug-deutschland-104.html Podcast-Tipp: punktEU - Der Europa-Podcast Flugreisen in Europa - droht der teuerste Sommer aller Zeiten? https://www.ardsounds.de/episode/urn:ard:episode:f512b2f1325bb4c8/ Alle Folgen von "Streitkräfte und Strategien" https://www.ndr.de/nachrichten/info/podcast2998.html

Drohnenangriffe auf Moskau (mit Jürgen Webermann) 19 May 2026

In den vergangenen Tagen hat das russische Militär Städte in der Ukraine wieder massiv mit Raketen und Drohnen angegriffen. Aufhorchen lassen aber auch Meldungen über immer stärkere ukrainische Angriffe auf Russland. Nicht nur auf die Energieinfrastruktur, sondern auch auf den Großraum Moskau. Stefan Niemann erklärt, was dahintersteckt. Beim zweiten großen Kriegsschauplatz im Nahen Osten liegen die Positionen der USA und des Iran immer noch weit auseinander. US-Präsident Trump droht dem Regime in Teheran mit neuen Angriffen, andererseits schürt er Hoffnungen auf eine angebliche Verhandlungslösung und erklärt, er habe deshalb einen erneuten Angriff auf den Iran abgeblasen. Ihm falle es schwer, den “plappernden Präsidenten” noch ernst zu nehmen, sagt Stefan. Denn alles, was der US-Präsident poste, sei offensichtlich maßlos übertrieben. Stefan schaut auch Richtung Belarus, das ein gemeinsames Manöver mit Russland abhält, und auf die Pläne von Bundesinnenminister Alexander Dobrindt, den lange vernachlässigten Schutz der Bevölkerung in Deutschland zu verbessern. Im Schwerpunkt der heutigen Ausgabe spricht Host Kai Küstner mit seinem Kollegen Jürgen Webermann über eine NDR-Recherche. Diese zeigt, wie Deutschland dazu beiträgt, Putins Kriegskasse weiter zu füllen. Dabei geht es um eine Gas-Handelsfirma, die eine ehemalige Tochter des russischen Gazprom-Konzerns ist, und die 2022 von Deutschland verstaatlicht wurde. Entgegen der Linie des eigenen, zuständigen Wirtschaftsministeriums hat sie Geschäfte mit Russland über die Lieferung von LNG gemacht, die dem Kreml bis heute Milliarden einbringen. Die Recherchen legen nahe, dass der damalige Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck nicht eingeweiht war. Lob und Kritik, alles bitte per Mail an streitkraefte@ndr.de Ukrainischer Angriff auf Moskau https://edition.cnn.com/2026/05/17/europe/russia-ukraine-moscow-attack-intl-hnk Trump erklärt, er habe geplanten Angriff auf Iran gestoppt https://www.npr.org/2026/05/19/g-s1-122762/trump-says-hes-called-off-iran-strike Interview mit Angela Merkel als Sonderfolge und Videopodcast bei 0630: https://open.spotify.com/episode/146kj3O7urIr0uV1svKRHS?si=4ac65adf7be64180 Alle Folgen von "Streitkräfte und Strategien" https://www.ndr.de/nachrichten/info/podcast2998.html

Trotz russischen Großangriffs - selbstbewusste Ukraine (mit Rebecca Barth) 15 May 2026

Nach einem der längsten und tödlichsten Großangriffe Russlands auf die ukrainische Hauptstadt mit mindestens 24 Toten, zahlreichen Verletzten und Vermissten beleuchtet Kai Küstner mit Rebecca Barth die Lage in Kiew und an der Front. Man habe zu viel Optimismus an diese sogenannte Feuerpause vom Wochenende davor geknüpft, befindet Rebecca. Die Andeutungen des russischen Machthabers Putin, der Krieg neige sich dem Ende zu, hält die ARD-Korrespondentin für reine "Rhetorik", ohne dass dies die Lage entscheidend verändere. Doch jenseits dessen nimmt Rebecca wahr, dass die Ukraine zuletzt durchaus selbstbewusster auftrete. Was sie auf Erfolge der Rüstungsindustrie bei Drohnen und weitreichenden Waffen zurückführt. Die Ukrainer hätten auch wegen der zurückgefahrenen US-Unterstützung verstanden, dass sie sich selbst helfen müssten. Und auch die Lage an den Frontlinien stelle sich deutlich positiver dar als noch vor wenigen Monaten befürchtet. Mit seiner langjährigen Erfahrung als China- und USA-Korrespondent analysiert Stefan Niemann den Besuch von Donald Trump in Peking. So demonstrativ ihm seine Gastgeber den Roten Teppich ausgerollt hatten: der US-Präsident wirkte deutlich schwächer als der mächtige Xi Jinping. Im Staatsfernsehen der Volksrepublik laufen die symbolträchtigen Bilder vom Staatsbesuch wie Belege einer Wachablösung: die Tage der Supermacht Amerika seien gezählt, die Zukunft gehöre China. Zwar hat Xi Jinping Donald Trump wohl signalisiert, mäßigend auf das iranische Regime einwirken zu wollen, um die Straße von Hormus wieder frei (auch gebührenfrei!) zu bekommen, aber ob Chinas kommunistische Führung die Mullahs als Verbündete fallen lässt, bleibt ungewiss. Unmissverständlich war Xi nur beim Thema Taiwan: unverhohlen drohte Chinas Staats- und Parteichef Donald Trump mit einem heftigen Konflikt, sollten sich die USA in Sachen Taiwan "falsch verhalten". Gemeint sind vor allem die versprochenen amerikanischen Waffenlieferungen, die Peking als Provokation und Einmischung in "innere Angelegenheiten" versteht. Ob Taiwans de facto Schutzmacht USA die demokratisch regierte Insel tatsächlich "aufgeben", um China in anderen kontroversen Fragen milde zu stimmen, wird sich noch zeigen. Lob und Kritik, alles bitte per Mail an streitkraefte@ndr.de Russischer Zerstörer vor Fehmarn https://www.tagesschau.de/ausland/europa/russland-zerstoerer-ostseekueste-100.html Podcast-Tipp: 11KM live: Deutsche Geheimdienste - bald größer und gefährlicher? https://www.ardsounds.de/episode/urn:ard:episode:49a4dd917eded8b8/ Alle Folgen von “Streitkräfte und Strategien” https://www.ndr.de/nachrichten/info/podcast2998.html

Uni oder Uniform: Sonderfolge aus der Schule (mit Joachim Ruthe) 12 May 2026

Der Krieg in der Ukraine: Er ist auch an Deutschlands Schulen ein wichtiges Thema. Auch, weil sich für Schülerinnen und Schüler irgendwann die Frage stellt, ob sie vielleicht zur Bundeswehr gehen und was das für sie bedeuten würde. Deshalb sind Anna Engelke und Kai Küstner für diese Folge von „Streitkräfte und Strategien“ nach Göttingen gefahren, um am dortigen Theodor-Heuss-Gymnasium mit jungen Menschen zu diskutieren – über die Bedrohung durch Russland, die mögliche Wiedereinführung der Wehrpflicht und die Ängste, die damit verbunden sind. Mit in der Schule ist auch Oberstleutnant Joachim Ruthe von der Bundeswehr. Er spricht über seine Erfahrungen als junger Offizier in Afghanistan und als Kommandeur eines Bataillons in Mecklenburg-Vorpommern. Die Bundeswehr sei noch immer in einem tiefgreifenden Wandel und es fehle ihr an vielem: „Das ist so ein bisschen wie so eine Straße, die über Jahre nicht gepflegt wurde, viele Schlaglöcher bekommen hat - und die werden jetzt sukzessive wieder aufgefüllt.“ Über die derzeitige Lage in der Ukraine und in Russland sprechen Anna Engelke und Kai Küstner: Dass der russische Präsident Putin bei der Militärparade zum 9. Mai von einem baldigen Ende des Krieges sprach – und Ex-Kanzler Gerhard Schröder als Vermittler ins Spiel brachte. Der jüngste Besuch von Bundesverteidigungsminister Pistorius in Kyjiw machte derweil deutlich, wie sehr die Ukraine mittlerweile als Partner auf Augenhöhe wahrgenommen wird – in Sachen Kreativität, bei der Produktion von Waffensystemen und ihren Erfahrungen in moderner Kriegsführung. Im Nahen Osten und in der Golfregion ist eine dauerhafte Lösung noch nicht in Sicht. US-Präsident Trump droht, der Iran hält dagegen. Und die Straße von Hormus ist weiterhin praktisch Kriegsgebiet – mit allen Folgen für die Weltwirtschaft. Lob und Kritik, alles bitte per Mail an streitkraefte@ndr.de Interview mit Oberstleutnant Joachim Ruthe: https://www.ndr.de/nachrichten/info/audio-3253938.html Alle Folgen von “Streitkräfte und Strategien”: https://www.ndr.de/nachrichten/info/podcast2998.html Podcast-Tipp: "Crosspromotion - Straße von Hormus - ein Wirtschaftsupdate" : https://1.ard.de/hormus-update

Deutsche Technik in russischen Drohnen (mit Michael Höft) 08 May 2026

Es ist eine Route, die noch immer offen ist: Über Kasachstan gelangen deutsche Bauteile nach Russland: Chips, Kugellager und andere Produkte, die auch in Waffensystemen eingesetzt werden können. Sanktionen sollten das eigentlich verhindert. Doch Filmemacher Michael Höft zeigt in der ARD Story "Die Russlandroute - Sind die Sanktionen sinnlos?", dass sie umgangen werden können. Im Gespräch mit Anna Engelke erzählt er, wie ihm und seinem Team in Kasachstan stolz sogenannte Dual-Use-Güter präsentiert wurden, die für Russland bestimmt waren. Die EU zeige sich hilflos, sagt Höft. Dabei brauche es nur mehr Kontrollen. Es reiche eben nicht, "sich nur einen Zettel unterschreiben zu lassen", damit solche kriegswichtigen Produkte nicht beim Aggressor Russland landen und am Ende dazu beitragen, dass Menschen in der Ukraine getötet werden. Stefan Niemann beschreibt die widersprüchlichen Entwicklungen im Nahen Osten und in der Golfregion und geht dabei ein auf Waffenstillstände, die keine sind. In der Straße von Hormus beschießen sich US-Streitkräfte und iranische Revolutionsgarden gegenseitig - und jeder gibt der Gegenseite Schuld an der Eskalation. Vom durch US-Präsident Trump großspurig angekündigten "Project Freedom", den Geleitzügen für Handelsschiffe, ist keine Rede mehr. Auch im Süden Libanons und im Norden Israels ist der Waffenstillstand brüchig. Im Angriffskrieg gegen die Ukraine will Russland nun eine Waffenruhe, allerdings nur für zwei Tage anlässlich der Feierlichkeiten zum Jahrestag des Sieges der Sowjetunion gegen Nazi-Deutschland. Der Kreml droht der Ukraine mit schwerer Vergeltung, sollte sie die Siegesparade auf dem Roten Platz für einen Angriff nutzen. Lob und Kritik, alles bitte per Mail an streitkraefte@ndr.de Interview mit dem Filmemacher Michael Höft https://www.ndr.de/nachrichten/info/audio-3250380.html ARD-Story: “Die Russland-Route: Sind die Sanktionen sinnlos?” https://www.ardmediathek.de/film/Y3JpZDovL25kci5kZS80ODc4IDllMWU5MGZhLWI4NzEtNGY3NC05YTFkLTcwNzBhZjU0ZTJjMw 11KM - der tagesschau Podcast: Sanktionen gegen Russland: Geheimer Handel über Kasachstan? https://www.ardsounds.de/episode/urn:ard:episode:6d2769ed098f2aa0/ Podcast-Tipp: Bigger EU - wer kommt als nächstes in den Club? https://www.ardsounds.de/episode/urn:ard:episode:6ad134362c0c7f09/ Alle Folgen von “Streitkräfte und Strategien” https://www.ndr.de/nachrichten/info/podcast2998.html

Trumps Wut trifft Deutschland (mit Claudia Major) 05 May 2026

Als “extrem beunruhigend” beschreibt die Politikwissenschaftlerin Claudia Major den von US-Präsident Trump angekündigten Abzug von (mindestens) 5.000 Soldaten aus Deutschland, vor allem aber die Nicht-Stationierung von Tomahawk-Marschflugkörpern und Hyperschallwaffen. Diese hätten die Europäer bislang nicht, insofern “schwächt dies die konventionelle Abschreckung der NATO und reißt eine Fähigkeitslücke”, so Claudia Major im Interview mit Kai Küstner. Das Vorenthalten der Mittelstreckenraketen hält Major aber nur für ein Symptom eines viel größeren Problems: dem Auseinanderdriften von USA und Europa. Man könne die Politik Trumps aber nicht ändern, diagnostiziert sie, deshalb sollten sich die Europäer darauf konzentrieren, “militärisch handlungsfähiger” zu werden. Stefan Niemann beschreibt die Lage im Nahen Osten, wo in der Straße von Hormus die Spannungen wieder zunehmen. Die von Präsident Trump angekündigte Eskortierung ausgewählter Handelsschiffe durch US-Kriegsschiffe hat begonnen. Dabei gab es Angriffe durch Schnellboote des iranischen Regimes, angeblich auch Raketentreffer auf einem US-Zerstörer und die Versenkung von sechs iranischen Booten. Ob es für die in der Meerenge festsitzenden Handelsschiffe nun einen sicheren Weg durch omanische Küstengewässer gibt, bleibt genauso offen wie der Fortgang der von Pakistan vermittelten Friedensgespräche. Unabhängig davon ist das Minenjagdboot Fulda mit etwa 40 Soldaten in Richtung Mittelmeer aufgebrochen. Die Marine soll später helfen, möglicherweise in der Straße von Hormus verlegte Minen zu räumen. Zunächst muss aber eine stabile Waffenruhe gewährleistet und ein internationales Mandat erteilt sein. In der Ukraine gehen die russischen Angriffe auf die Zivilbevölkerung weiter. Militärisch kommen die Aggressoren kaum noch voran, verlieren erstmals seit drei Jahren wieder ukrainisches Territorium. Ukrainische Drohnen bedrohen nun auch Moskau, wenige Tage vor der traditionellen Parade zum Jahrestag des Sieges der Sowjetunion über Nazi-Deutschland. Lob und Kritik, alles bitte per Mail an streitkraefte@ndr.de Interview mit Claudia Major, Vizepräsidentin für Transatlantische Sicherheitsinitiativen German Marshall Fund https://www.ndr.de/nachrichten/info/audio-3246728.html Kanzler Merz zu Trumps Ärger über Deutschland bei Caren Miosga in der ARD https://www.ardmediathek.de/video/caren-miosga/ein-jahr-kanzler-wie-schwer-ist-regieren-herr-merz/ndr/Y3JpZDovL25kci5kZS8zZGFlMGExZS01MGYwLTQyZTYtYTc3Yy00MmFlZTQzNzVjZDBfZ2FuemVTZW5kdW5n Was Zurückhalten von Tomahawk & Co für Deutschland bedeuten könnte https://www.tagesschau.de/inland/kiesewetter-usa-abzug-truppen-deutschland-100.html Podcast-Tipp: ARD Radiofeature: “Kampf der Geheimhaltung: Doku über Julian Assange, WikiLeaks und die Pressefreiheit” https://www.ardsounds.de/episode/urn:ard:section:7082323e515e82ae/ Alle Folgen von "Streitkräfte und Strategien" https://www.ndr.de/nachrichten/info/podcast2998.html

Trump stolpert am Golf - Putins Vorteil (mit Michael Thumann) 28 Apr 2026

Der Konflikt zwischen den USA und dem Iran ist festgefahren. Die Straße von Hormus ist weiterhin zu, neue Verhandlungen stehen nicht an. Die USA und Iran sprechen nur übereinander, aber nicht miteinander, erklärt Astrid Corall. Ein neuer Vorschlag aus Teheran dürfte in den USA kaum auf Zustimmung stoßen, sieht er doch vor, dass über das iranische Atomprogramm erst zu einem späteren Zeitpunkt entschieden werden soll. Friedrich Merz wirft den USA eine fehlende Strategie vor. Eine ganze Nation werde von der iranischen Staatsführung gedemütigt, erklärte der Bundeskanzler bei einer Veranstaltung. Astrid fasst außerdem die aktuelle Situation im Libanon sowie in der Ukraine zusammen und sie schaut auf die neuesten Rüstungsausgaben, die laut dem Stockholmer Friedens-Forschungsinstitut Sipri 2025 einen neuen Höchststand erreicht haben. Über die Lage im Nahen Osten spricht Kai Küstner auch mit Michael Thumann. Der Korrespondent der ZEIT war lange in Istanbul und berichtet jetzt über Russland. Er sieht Teheran am längeren Hebel. US-Präsident Trump habe dem Regime ein gigantisches Geschenk gemacht hat, in dem er es "unwiderruflich zum Schleusenwärter an der Straße von Hormus gemacht" habe. Damit hätten die Iraner ein Mittel in der Hand, das sie immer wieder einsetzen können. Thumann erläutert, wie Russland den Iran unterstützt, bis zu welchem Grad Machthaber Putin vom Krieg im Nahen Osten profitiert und wie es derzeit in Russland selbst aussieht. Man habe es mit einer echten Wirtschaftskrise zu tun, sagt der Buchautor. Trotz des jüngsten Unmuts und öffentlicher Kritik von Bloggerinnen und Bloggern an Putin, glaubt Thumann aber nicht, dass deshalb Putins System ins Wanken gerät. Er analysiert die wirtschaftliche Lage in Russland und den Zustand der Opposition und erklärt, warum wir einem Frieden in der Ukraine nicht nähergekommen sind. Lob und Kritik, alles bitte per Mail an streitkraefte@ndr.de Interview mit Buchautor und ZEIT‑Korrespondent Michael Thumann https://www.ndr.de/nachrichten/info/audio-3240182.html Karten für die Kino-Preview “Die Russlandroute” am 6. Mai https://www.ndr.de/russlandroute 11KM - der tagesschau-Podcast: Prompt, Klick, Angriff? Wie KI den Krieg verändert https://www.ardsounds.de/episode/urn:ard:episode:ec501f6465629aa8/ Stabile Zeitenlage – neues tagesschau-YouTube-Format (diesmal zu Krieg u KI) https://www.youtube.com/watch?v=3x22o46db88&t=2s Podcast-Tipp: CHEATS – Wer zerstört Counter-Strike? https://www.ardsounds.de/sendung/urn:ard:show:16d7f8950e911f8c/ Alle Folgen von "Streitkräfte und Strategien" https://www.ndr.de/nachrichten/info/podcast2998.html

Neue Militärstrategie - schützt sie vor Putin? (mit Sönke Neitzel) 24 Apr 2026

Es ist eine Premiere: Erstmals hat Deutschland eine Militärstrategie. Im Schwerpunkt dieser Ausgabe von Streitkräfte und Strategien analysiert der Militärhistoriker Sönke Neitzel im Gespräch mit Host Kai Küstner das größtenteils geheime Papier. Im Zusammenhang mit dem veröffentlichten Teil spricht Neitzel von Ambitionslosigkeit und er wünscht sich mehr Tempo. Er sei weiterhin skeptisch, was die Reformfähigkeit der Bundeswehr betrifft. „Wir müssen neu denken“, so Neitzel. Das aber falle der militärischen und auch politischen Führungsebene schwer: “Als ob wir im tiefsten Frieden wären.” Der Professor von der Universität Potsdam plädiert erneut für eine Auswahl-Wehrpflicht in Deutschland und erklärt, warum auf europäischer Ebene dringend eine gemeinsame Rüstungsbeschaffung nötig wäre. Er ordnet darüber hinaus die Bedrohung der NATO-Staaten durch Russland ein: Man dürfe das Land nicht unterschätzen – auch wenn die russische Armee in der Ukraine nicht wie geplant vorankomme. Außerdem blickt der Historiker mit Kai auf die Straße von Hormus. Den militärischen Sinn einer deutschen Marine-Mission an der Meerenge stellt Neitzel in Frage. Es sei denn, diese sei absolut notwendig, um Trump in der NATO zu halten Ein Ende der Blockade der Straße von Hormus zeichnet sich genau so wenig ab wie eine neue Verhandlungsrunde zwischen dem Iran und den USA, erklärt Stefan Niemann. US-Präsident Trump greife erneut zu martialischen Drohungen gegenüber dem Regime in Teheran, bei dem man laut Experten allerdings nicht so recht weiß, wer das Sagen hat. Stefan fasst die Lage im Nahen Osten zusammen und geht der Frage nach, wie sich die Bundesregierung in diesem Konflikt positioniert. Er berichtet über die direkten Gespräche auf Botschafterebene zwischen Israel und dem Libanon in Washington. Positive Nachrichten kommen für die Ukraine aus Zypern: beim informellen EU-Gipfel haben die Staats- und Regierungschefs endgültig grünes Licht für einen 90-Miliarden-Euro-Kredit gegeben und ein neues Sanktionspaket gegen Russland beschlossen. Die russische Armee setzt ihre Drohnenangriffe auf die Ukraine fort, die wehrt sich mit Angriffen gegen die russische Energieinfrastruktur. Als Vermittler bringt sich derweil die Türkei ins Spiel – und bemüht sich um eine Wiederbelebung der Friedensverhandlungen. Lob und Kritik, alles bitte per Mail an streitkraefte@ndr.de Das ganze Interview mit dem Militär-Historiker Sönke Neitzel: https://www.ndr.de/nachrichten/info/audio-3236590.html Pistorius-Pressekonferenz zur neuen Militärstrategie: https://www.ardmediathek.de/video/phoenix-vor-ort/pistorius-neue-militaerstrategie-der-bundeswehr/phoenix/Y3JpZDovL3Bob2VuaXguZGUvNTE5NDc4NA Alle Folgen von “Streitkräfte und Strategien” https://www.ndr.de/nachrichten/info/podcast2998.html Podcast-Tipp: Der KI-Podcast: https://www.ardsounds.de/sendung/der-kipodcast/urn:ard:show:65505255c703e51e/

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